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23.02.2021  ·  Umwelt
Tipps für ein besseres Raumklima

Es war wohl niemals wichtiger, für einen guten Luftaustausch in Räumen zu sorgen als heutzutage. Wegen des Corona-Virus müssen wir dafür sorgen, dass wir stets mit frischer Luft versorgt sind, da sich die Erreger sonst nahezu ungehindert ausbreiten können. Nicht nur im öffentlichen Raum ist deshalb ein guter Luftaustausch Pflicht, zu Hause ist es ebenfalls wichtig. Wer für ein gutes Raumklima sorgt, schützt sich jedoch nicht nur vor Krankheiten, sondern auch vor Schimmel und unerwünschter Feuchtigkeit innerhalb der eigenen vier Wände. Wir haben deshalb die besten Tipps für den idealen Luftaustausch zu Hause an dieser Stelle zusammengefasst.
Warum ist ein gutes Raumklima wichtig?

Ein schlechtes Raumklima kann sich auf mehrere Arten auf uns auswirken. Ist die Luft in Räumen zu kalt und zu feucht, dann kann sich Schimmel in der Wohnung bilden. Gleichzeitig können sich vor allem im Winter dadurch Krankheitserreger besser verbreiten. Ist die Luft in Räumen zu warm und zu trocken, werden dadurch die Schleimhäute angegriffen und das bietet wiederum eine Menge Möglichkeiten für Viren und Bakterien in unsere Körper zu gelangen. Allerdings kann die Luft in der kalten Jahreszeit auch zu feucht werden, wenn nicht richtig gelüftet und geheizt wird.

Zusätzlich stellt das Corona-Virus aktuell ebenfalls eine große Herausforderung dar, da es durch Aerosole übertragen werden kann. Hierdurch ist es umso mehr nötig, für einen guten Luftaustausch zu sorgen.

Richtiges Lüften will gelernt sein

Viele machen den Fehler und Lüften zu lange und das bei gekippten Fenstern. Auf diese Weise kann kein richtiger Luftaustausch stattfinden und die feuchte Luft bleibt dennoch in den Räumen. Nur die Temperatur im Raum sinkt und die Heizkosten steigen. Außerdem kann sich oberhalb und seitlich des gekippten Fensters Schimmel bilden.

Besser ist das regelmäßige Stoßlüften. Das sollte mindestens zweimal, als morgens und abends, gemacht werden. Dabei werden alle Fenster in der Wohnung so weit es geht geöffnet.

Durch dieses sogenannte Querlüften entsteht ein Durchzug, der für einen effizienten Luftaustausch sorgt. Nach fünf bis zehn Minuten können die Fenster wieder geschlossen werden. In Räumen, die zu feuchter Luft neigen, wie etwa im Bad oder der Küche, sollte zusätzlich gelüftet werden, wenn die Feuchtigkeit entsteht.

Luft maschinell reinigen

Eine technische Möglichkeit, um für einen Austausch der Raumluft zu sorgen sind sogenannte Luftreiniger. Entsprechende Geräte gibt es in verschiedenen Ausführungen. Im eigenen Zuhause bieten sich vor allem mobile Luftreiniger an, da sie in den Räumen eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden. Der Vorteil: Sie können via App gesteuert werden und fügen sich so in Smarthome-Konzepte ein.

Sind beispielsweise Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder aus einen anderen Haushalt zu Gast, kann bequem Abstand gewahrt und die Gefahr von einer Ansteckung durch Aerosole minimiert werden.

Im Schlafzimmer profitieren vor allem Allergiker von der gereinigten Luft. Es werden nämlich nicht nur Krankheitserreger, sondern auch Milben und Hausstaub aus der Luft gefiltert. Solche Luftreiniger können besonders als Ergänzung zum Lüften für das eigene Zuhause genutzt werden.

Weitere Smarthome-Lösungen für ein gutes Raumklima

Neben einem Luftreiniger gibt es noch weitere technische Geräte, die helfen können, das Raumklima zu verbessern. Beispielsweise können Temperaturregler über entsprechende Smarthome-Systeme gesteuert werden.

Ergänzend werden Sensoren am Fenster angebracht, um festzustellen, ob diese geöffnet sind. Sind die Fenster geöffnet, fährt das Thermostat automatisch die Temperatur herunter.

Auch ein Luftentfeuchter kann zusätzlich zu den genannten Geräten Sinn ergeben, um die Luftfeuchtigkeit zu regeln. Sie können ebenfalls per App gesteuert werden und/oder mit den anderen Geräten interagieren.

Hygrometer, um Luftfeuchtigkeit zu messen

Um effektiv gegen Schimmel vorzugehen, bzw. ihn gar nicht erst entstehen zu lassen, ist es wichtig, dass die Luftfeuchtigkeit innerhalb eines Zimmers einen gewissen Prozentsatz nicht dauerhaft überschreitet. Im Winter sollte sie nicht mehr als 60 Prozent betragen.

Allerdings lässt sich das nicht nach bloßem Gefühl feststellen. Um die Feuchtigkeit im Raum im Auge zu behalten, empfiehlt sich deshalb ein sogenanntes Hygrometer. Es misst die Luftfeuchtigkeit, die idealerweise zwischen 35 und 55 Prozent betragen sollte.

Feuchtigkeit reduzieren

Wie bereits erwähnt lässt sich mit Luftentfeuchtern und mit richtigem Lüften die Feuchtigkeit in Räumen wieder herunterfahren. Allerdings gibt es auch Möglichkeiten, wie die Luftfeuchtigkeit gar nicht erst zu sehr ansteigt. Vor allem auf das Trocknen von Wäsche in Wohnräumen sollte deshalb verzichtet werden. Sofern es jedoch nicht anders möglich ist, sollte die Frequenz des Lüftens erhöht werden.

Falsches Heizen vermeiden

Auch das Heizen will gelernt sein. Oft heizen wir verschiedene Räume viel zu heiß oder zu kalt. Im Wohnzimmer reicht es, wenn die Temperatur etwa 20 Grad beträgt. In der Küche darf es ruhig etwas kälter sein, da der Herd und der Kühlschrank meist noch Wärme abgeben.

Im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad völlig aus und sind sogar besser für einen erholsamen Schlaf. Einen Überblick über das richtige Heizen bietet unter anderem das Umweltbundesamt.

Anzeichen für ein schlechtes Raumklima

Vor allem eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, kann zu einem Problem werden. In Mietwohnungen sind dadurch und die daraus folgende Schimmelbildung schwere Streits zwischen Mietern und Vermietern entstanden. Allerdings lassen sich erste Anzeichen leicht erkennen.

Beschlagene Fensterscheiben sind wohl das beste Zeichen für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit. Es bedeutet, dass zu wenig geheizt oder nicht ausreichend gelüftet wird. Besser ist es also lieber einmal zu viel zu lüften. Nicht nur der Wohnraum, sondern auch die Gesundheit wird es einem danken.

 

18.02.2021  ·  Umwelt
Wird Wasserstoff ein Markt für alle?

Wasserstoff ist derzeit – auch durch die im letzten Jahr von der Bundesregierung verabschiedete und mit üppigen Milliarden ausgestattete Nationale Wasserstoffstrategie – in aller Munde, wird gar als der Champagner der Energiewende gepriesen. Dabei wird schnell vergessen, dass eine Herstellung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse aufwendig, ineffizient und deshalb teuer ist. Dennoch wird um das Element mit dem kleinsten Molekül kein Weg herumführen. Einsätze zu Heizzwecken und in der Mobilität sind denkbar.

Eine aktuelle Befragung der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat ergeben, dass sich das Gros der Verbraucher hier mehr Transparenz wünscht. Ist also ein grünes Gas wie Wasserstoff klimaneutral hergestellt oder nicht? Derzeit eher nicht, weil der sogenannte graue Wasserstoff ja zu 99 Prozent mittels Dampfreformierung aus Erdgas gewonnen wird. Zu Mehrkosten von 10 bis 20 Prozent wäre eine knappe Mehrheit zwar bereit, allerdings liegen die aktuellen Kosten für grünen Wasserstoff etwa viermal höher als für grauen Wasserstoff.

Doch wie realistisch ist es überhaupt, grünen Wasserstoff im trauten Heim und im geliebten Auto zu nutzen?

Zuerst zum Heim.

Wasserstoff zu Hause

Wasserstoff könnte zu Hause im Gas-Brennwertkessel verbrannt werden. Schon jetzt ist das mit einer Beimischung ins Erdgasnetz von bis zu 9,9 Prozent möglich. In den Erdgas-Verteil- und Transportnetzen wären sogar höhere Beimischungen möglich. Experten gehen von 20 Prozent aus. Alles, was darüber ist, müsste geprüft werden.

Der grüne Wasserstoff könnte theoretisch auch in reinen Wasserstoffleitungen zum Verbraucher kommen und dort Brennstoffzellen betreiben. Brennstoffzellen produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. Rund 2.000 davon sind in Deutschland installiert. Ein Förderprogramm soll bis 2027 diese Zahl auf 70.000 anheben. Sie werden bisher aber alle ausnahmslos mit Erdgas betrieben, was wiederum nicht klimaneutral ist. Beim Verbrennen in Gasthermen, was ja auch eine Variante wäre, müssten diese ausgewechselt werden, da Wasserstoff ein deutlich anderes Brennverhalten aufweist. Allerdings ist ein reines Wasserstoffnetz zu teuer. Die Kosten lägen nach Schätzungen von Experten bei 270 Milliarden Euro.

Die dritte Möglichkeit wäre, den gewonnenen Wasserstoff zu synthetischem Erdgas, SNG genannt, aufzumethanisieren. Weder an Leitungen noch an Endgeräten wären dann Änderungen oder Anpassungen notwendig. Dieser Prozess ist ebenfalls sehr aufwendig. Das dafür nötige CO2 müsste im besten Fall aus Abfallprozessen der Industrie stammen. Doch die soll ja in Zukunft auch CO2-neutral arbeiten. Eine Abscheidung aus der Luft ist zwar technisch möglich und wird vereinzelt auch praktiziert. Doch sie wäre zu teuer.

Bliebe also nur die Beimischung von grünem Wasserstoff zu Erdgas und dessen Transport im Netz. Das wäre zumindest für einige Jahre eine Zwischenlösung.

Wasserstoff als Antrieb für den PKW

Autos können auf zwei Wegen Wasserstoff nutzen: in einer Brennstoffzelle oder in einem Verbrennungsmotor. Das Verlockende dabei: Wasserstoff hat eine sehr hohe Energiedichte, die der von Benzin in nichts nachsteht und um das bis zu Sechsfache höher ist als die von Lithium-Ionen-Batterien, die in E-Autos zum Einsatz kommen. Allerdings sind seine Lagerung und der Transport im Tank recht aufwendig und nur in gekühlten Druckdanks bei 350 bar für Nutzfahrzeuge oder 700 bar für Pkw möglich. Dann wäre Wasserstoff eine echte Alternative etwa für Nutzfahrzeuge.

Die Nutzung der Brennstoffzelle in Pkw ist schon einige Jahre serienreif. Insbesondere japanische Hersteller, allen voran Toyota, haben sich darauf spezialisiert. Der Mirai ist ein Beispiel dafür. Mit einem Listenpreis von derzeit 80.000 Euro ist er jedoch nicht für jeden Geldbeutel etwas. Doch die Fahrzeuge könnten billiger werden. Sie treffen auf ein immer besser ausgebautes Tankstellennetz. Im zweiten Quartal dieses Jahres soll die 100. Wasserstofftankstelle in Deutschland eröffnet werden, auch wenn das noch der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein wäre. Zum Vergleich: Hierzulande gibt es gut 14.300 Tankstellen, darunter 7.000 Flüssiggastankstellen (LPG) und knapp 900 Erdgastankstellen (CNG). Immerhin – es geht voran, wenn auch nur langsam. Das Forschungszentrum Jülich schätzt die Kosten für den Aufbau dieser Infrastruktur in Deutschland auf 61 Milliarden Euro.

Die zweite Möglichkeit ist die Nutzung des Wasserstoffs in einem Verbrennungsmotor. Versuche dazu gab es während der ganzen Geschichte des Automobil- und Motorenbaus. Dabei kann die bisherige Verbrennungsmotorentechnik beibehalten werden, es braucht also keines neuen Antriebsstranges wie bei der E-Mobilität oder bei Brennstoffzellenfahrzeugen. Zwar ist sein Einsatz sowohl in Diesel- als auch Benzinmotoren denkbar. Letztere sind jedoch etwas besser geeignet.

Großes Forschungsprojekt

Wie nun der Wasserstoff zum Verbraucher, also ins Heim oder an die Tankstelle kommt, ist Gegenstand des Forschungsprojektes H2 vor Ort. Es untersucht, wie der Wasserstoff in Industrie, Wärmemarkt und Mobilität genutzt und idealerweise im Netz transportiert werden kann. Denn die Nachfrage könnte eines Tages flächendeckend sein. Und Deutschlands sehr gut ausgebautes Erdgasnetz wäre natürlich ein sehr guter Transporteur. Über 30 Unternehmen haben zusammen mit dem Fachverband DVGW diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass eine 100-prozentige Versorgung mit Wasserstoff über die Verteilnetze technisch möglich und sinnvoll sei. Außerdem sollten regionale Ressourcen für den Aufbau von dezentralen Power-to-Gas-Anlagen genutzt werden.

Erwähnt werden sollte aber auch, dass sich Wasserstoff nicht nur in Leitungen transportieren lässt. Es geht auch, wie für die Fahrzeuge, in gekühlten Drucktanks, aber auch gelöst in sogenannten LOHCs (für flüssige organische Trägermaterialien oder Liquid Organic Hydrogen Carrier) oder in Ammoniak.

Hören Sie doch mal rein - in den Fachbeitrag auf: https://shk.radio/haustechnikdialog
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Ein Fachbeitrag der Redaktion HaustechnikDialog.

 

15.02.2021  ·  Förderungen
Förderung beantragen und altersgerecht umbauen - so geht es

Das eigene Haus ist nicht nur ein einfaches Haus, es ist ein Zuhause. Und das im besten Falle ein Leben lang. Im fortschreitenden Alter ändern sich die Bedürfnisse beim Thema Wohnen jedoch. Was in jungen Jahren noch als stilvoll oder praktisch angesehen wurde, kann im Alter teilweise nicht mehr allein bewältigt werden. Ein altersgerechter Umbau der eigenen vier Wände ist die Lösung, kann jedoch teuer sein. Zum Glück gibt es dafür Fördermöglichkeiten, über welche die Experten der KVB Finanz aufklären.
Altersgerechtes Umbauen für eine höhere Lebensqualität

Das Altern und die damit einhergehenden körperlichen Einschränkungen kann niemand gänzlich aufhalten. Es ist ungewohnt, wenn im Laufe der Zeit bestimmte Bewegungen oder Handlungen schwieriger zu bewältigen sind als in jungen Jahren. Anstatt sich diesem natürlichen Lauf gedanklich entgegenzustellen, sollte lieber vorausschauend überlegt werden, wie im fortgeschrittenen Alter die Einschränkungen bestmöglich ausgeglichen werden können.

Damit die eigene Lebensqualität nicht leidet, bietet es sich an, bestimmte Maßnahmen zur Erleichterung des Lebens im Alter zu ergreifen. Entsprechende Hilfsmittel und auch ein altersgerechter Umbau der eigenen Immobilie machen es möglich, diesen Lebensabschnitt in vollen Zügen und vor allem selbstständig genießen zu können.

Genau wie bei der Planung der gewünschten Umbaumaßnahmen sollte auch bei der dazugehörigen Finanzierungsplanung ein entsprechender Experte zurate gezogen werden. Die KVB Finanz kümmert sich dabei nicht nur um ein gesundes finanzielles Fundament der geplanten Umbaumaßnahmen, sie ist auch der richtige Ansprechpartner, um die bestehenden Fördermöglichkeiten für das eigene Vorhaben optimal nutzen zu können.

Altersgerecht umbauen - auf die individuellen Wünsche kommt es an

Die eigenen vier Wände altersgerecht umzubauen hilft, auch im höheren Alter die gewohnte und lieb gewonnene Umgebung weiterhin zu bewohnen. Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten, die das Leben und die täglichen Abläufe erleichtern. Die durchzuführenden Baumaßnahmen hängen zum einen von den individuellen Wünschen und zum anderen von den baulichen Gegebenheiten sowie dem zur Verfügung stehenden Budget ab.

Mit der passenden Förderung für bestimmte Maßnahmen kann Letzteres deutlich erhöht werden. Die Anforderungen an einen altersgerechten Umbau können sich dabei im individuellen Fall immer unterscheiden. Wer nicht mehr gut laufen kann, hat andere Herausforderungen als jemand, dessen Seh- oder Hörsinn nicht mehr richtig funktioniert. Daher sollte immer individuell beleuchtet werden, welche Alltagshilfen wirklich sinnvoll sind und zum gewünschten Ziel führen: den Bewohnern möglichst lange Halt, Sicherheit und Beständigkeit im eigenen Zuhause zu ermöglichen.

Welche Umbaumaßnahmen sind im Alter sinnvoll und möglich?

Neben der Analyse der aktuellen und zukünftig zu erwartenden Einschränkungen der Bewohner muss auch das Gebäude selbst ausführlich überprüft werden. Nicht jede Immobilie eignet sich aufgrund der Bausubstanz für alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen, dennoch lassen sich meist einige Erleichterungen umsetzen.

Wenn die Gehfähigkeiten nachlassen und Treppen sowie Eingänge zu Hindernissen werden, bietet es sich an, dass Treppenhaus umzubauen und entweder einen Fahrstuhl oder einen Lift zu installieren. Auch eine Rampe im Eingangsbereich erleichtert die Zugänglichkeit, sobald ein Rollator oder eine sonstige Gehhilfe erforderlich wird. Im Badezimmer ist Ebenerdigkeit ebenso von Vorteil. Im Zuge dessen sollte zudem darauf geachtet werden, dass die Räume nicht vollgestellt sind, um den Durchgang mit Gehhilfen zu erleichtern. Darüber hinaus bietet es sich an, Griffe zum Abstützen anzubringen und erleichternde Hilfsmittel wie elektrische Fensteröffner zu installieren.

Mögliche Umbaumaßnahmen für ein altersgerechtes Wohnen sind zusammengefasst:

Verbreiterung von Türzargen, um mit einem Rollstuhl hindurch zu passen
Anbringung eines Treppenlifts zum Erreichen höher gelegener Etagen
Barrierefreier Umbau des Badezimmers
Zusammenlegung kleiner Räume, um die Bewegungsflächen zu erweitern

Was kostet ein altersgerechter Umbau?

Im Zuge der Planung eines altersgerechten Umbaus der eigenen Immobilie stellt sich die Frage nach den Kosten. Eine allgemeine Antwort kann es allerdings nicht geben. Die Gesamtkosten eines Bauvorhabens richten sich nach unterschiedlichsten Faktoren und sind daher immer individuell zu betrachten. Zu den wichtigsten Punkten zählen dabei:

Wie ist der Grundzustand der umzubauenden Immobilie?
Welche Maßnahmen zum altersgerechten Umbau sollen durchgeführt werden?
Welcher zusätzliche Aufwand muss zur Realisierung der Umbaumaßnahmen betrieben werden?
Wer beispielsweise lediglich ein paar kleinere Anpassungen im Badezimmer wie den Einbau eines Klappsitzes zum Duschen oder die Anbringung von Haltegriffen in der Badewanne plant, auf den kommen nur relativ geringe Kosten zu. Müssen dagegen große bauliche Veränderungen, beispielsweise der Einbau eines Fahrstuhls oder die Verlegung von Wänden durchgeführt werden, um das Haus altersgerecht gestalten zu können, ist dafür ein wesentlich höherer Finanzbedarf einzuplanen.

Um sich im undurchsichtig erscheinenden Dschungel der verschiedensten Förderungsmöglichkeiten zurecht zu finden, ist ein verlässlicher und kompetenter Partner an der Seite unabdingbar. Die KVB Finanz als Kreditvermittler ist hierfür ein passender Ansprechpartner mit langjähriger Erfahrung aus zahlreichen betreuten Finanzierungsvorhaben.

Welche Fördermöglichkeiten für einen altersgerechten Umbau gibt es?

Die Realisierbarkeit der geplanten Umbaumaßnahmen hängt immer von der Größe des eigenen Budgets ab. Um dieses zu erweitern und damit auch im vorangeschrittenen Alter das Bewohnen der eigenen Immobilie zu ermöglichen, können entsprechende Fördermittel genutzt werden.

Je nach Bundesland stehen hierfür unterschiedlichste Fördermittel bereit, die sich nach individuellen Vergaberichtlinien richten. In jedem Fall kann aber auch auf die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zurückgegriffen werden, die bundesweit Fördermittel bereitstellt. Die maßgeblichen Förderprogramme der KfW hierfür sind:

Programm 159 "Altersgerecht Umbauen - Kredit"
Programm 455-B "Altersgerecht Umbauen - Investitionszuschuss - Barrierereduzierung"
Beide Programme können unabhängig von der körperlichen Verfassung und dem Alter des Beantragenden genutzt werden. Die einzelnen Kriterien und Einzelheiten dieser Förderprogramme sind in den entsprechenden Merkblättern der KfW zusammengefasst. Die wichtigsten Maßnahmen, welche mit den KfW-Förderprogrammen unterstützt werden können, sind:

Umbauten von Wegen zu Gebäuden und Maßnahmen im Wohnumfeld
Umbaumaßnahmen im Eingangsbereich und dem Wohnungszugang
Abbau von Schwellen und Hilfe zur Überwindung von Treppen und Stufen
Änderung der Raumaufteilung in der Immobilie
Maßnahmen in Sanitärräumen und Badumbauten
Hilfsmittel und Maßnahmen zur Unterstützung im Alltag, bei der Orientierung und der Kommunikation
Errichtung von Gemeinschaftsräumen und Förderung von Mehrgenerationenwohnen
Umbau zum "Standard Altersgerechtes Haus" (Maßnahmenpaket der KfW)
Ganz gleich, für welche Maßnahmen die Förderung beantragt werden soll, als Privatperson ist es unmöglich, diese allein zu beantragen. Die Antragsstellung muss immer über eine Bank oder einen qualifizierten Kreditvermittler erfolgen. Da neben der eigentlichen Förderung oft noch zusätzlicher Finanzbedarf für die Realisierung des Umbauprojekts besteht, sind Kreditvermittler hierbei die bessere Wahl. Während Banken nur die eigenen Produkte an die Kunden bringen möchten, können unabhängige Kreditvermittler wie die KVB Finanz aus einem großen Pool unterschiedlichster Finanzierungsangebote das Beste für den Kunden heraussuchen.

Wie hoch ist die Förderung der KfW für altersgerechtes Umbauen?

Mit den Fördermitteln der KfW kann nicht der komplette altersgerechte Umbau bezahlt werden. Allerdings unterstützt die KfW solche Vorhaben mit nicht unerheblichen Summen, wodurch sich der eigene finanzielle Spielraum erweitern lässt. Je nach Förderprogramm sind dies:

KfW 455 B - Investitionszuschuss "Altersgerecht Umbauen"
Maßnahmen zur Errichtung des "Standard Altersgerechtes Haus": 12,5 % der förderfähigen Kosten, maximal 6.250 Euro pro Wohneinheit
Einzelmaßnahmen zum Abbau von Barrieren: 10 % der förderfähigen Kosten, maximal 5.000 Euro pro Wohneinheit
KfW 159 - Kredit "Altersgerecht Umbauen"
Maximale Finanzierungssumme: 50.000 Euro
Effektiver Jahreszins p. a.: 0,78 %
Zinsbindung: 5 - 10 Jahre
Tilgungsfreie Anlaufzeit: bis zu 10 Jahren
Beide Förderprogramme sind miteinander kombinierbar. Mit dem zinsvergünstigten Kredit der KfW können also Zinskosten gegenüber herkömmlichen Bankkrediten gespart werden - der Investitionszuschuss erweitert den finanziellen Spielraum ohne Rückzahlungsverpflichtung.

Wie kann die Förderung beantragt werden?

Um die Fördermittel zum altersgerechten Umbau der eigenen Immobilie zu beantragen, sollte ein entsprechend qualifizierter Experte zurate gezogen werden. Die KVB Finanz unterstützt hierbei mit ihrem fachlichen Wissen und jahrelanger Erfahrung. Neben der Beantragung von Fördermitteln der KfW oder landesabhängigen Fördertöpfen ist die KVB Finanz auch der richtige Ansprechpartner zur Finanzierungsplanung des gesamten Umbauvorhabens.

Vor allem dann, wenn die eigenen Ersparnisse nicht zur Finanzierung ausreichen, kann es sinnvoll sein, nach zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Auch hierfür ist die KVB Finanz dank ihrer Kompetenz und Erfahrung aus einer Vielzahl an betreuten Finanzierungsprojekten der ideale Ansprechpartner

 

10.02.2021  ·  Förderungen
Beim energetischen Sanieren ganzheitlich vorgehen

Bei einer energetischen Sanierung sollten Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer ganzheitlich vorgehen. Dazu gehört unter anderem das Beseitigen von Stolperfallen in der eigenen Wohnung. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren werden jetzt wieder mit KfW-Zuschüssen unterstützt: Die staatliche Bank gibt seit 5. Januar 2021 bis zu 6.250 Euro für den Umbau hinzu, etwa für die Schaffung von bodengleichen Duschen oder das Entfernen von Schwellen vor und in der Wohnung.

„Die Verbindung von energetischen und barrierereduzierenden Sanierungsmaßnahmen spart Stress durch doppelte Baustellen“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Bei einer ganzheitlichen Sanierung sollte man darüber hinaus auch auf die Auswahl der Baustoffe oder den Artenschutz achten, etwa mehr Holz anstelle von Beton nutzen, Kunststoffe wie PVC vermeiden und Nisthilfen für Tiere im Garten aufstellen.“

Ein Beispiel für ganzheitliches Sanieren sind barrierereduzierende Maßnahmen. 18 Millionen Menschen in Deutschland sind 65 Jahre oder älter. Barrierefreie Wohnungen ermöglichen vielen, länger in den eigenen vier Wänden zu leben. Da die umgebauten Häuser und Wohnungen mehr Wohnkomfort bieten, lohnen sie sich auch für andere Altersgruppen. Eine Dusche mit schwellenlosem Einstieg etwa oder extrabreite Türen sind für alle von Vorteil.

Expertinnen und Experten empfehlen daher, zu prüfen, ob barrierereduzierende Maßnahmen in der eigenen Wohnung umgesetzt werden können. „Ein Haus oder eine Wohnung barrierearm umzubauen, kann einfach sein“, sagt Carmen Mundorff von der Architektenkammer Baden-Württemberg. „Eigentümer sollten besonders Schwellen reduzieren“, so die Architektin. „Vorteilhaft sind auch breite Türen von Bad und WC, die sich nach außen öffnen lassen. Um dies zu erreichen, genügen meist einige wenige Umbaumaßnahmen.“

Stolperfallen beseitigen wird wieder gefördert

Die KfW bietet seit Anfang Januar wieder attraktive Zuschüsse für barrierereduzierende Maßnahmen in Höhe von maximal 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten an. Die Zuschusshöhe beläuft sich auf 200 bis 6.250 Euro. Die Mindestinvestitionskosten betragen pro Wohneinheit 2.000 Euro, maximal sind 50.000 Euro förderfähig. Insgesamt stehen deutschlandweit 130 Millionen Euro bereit, 30 Millionen mehr als im vergangenen Jahr. Alternativ kann auch – wie bislang schon möglich – die Kreditvariante in Anspruch genommen werden.

In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass das Interesse an Zuschüssen für barrierereduzierende Maßnahmen sehr hoch ist. Die Fördergelder gingen jedes Mal rasch zur Neige. Die im Januar 2020 zur Verfügung gestellten, aufgestockten 100 Millionen Euro waren im November bereits aufgebraucht. „Interessierte Eigentümer sollten daher rasch handeln, sonst gehen sie möglicherweise leer aus und müssen warten, bis der Fördertopf wieder gefüllt wird“, rät Mundorff. Beachten müssen sie auch, dass die KfW nur Vorhaben fördert, die zum Zeitpunkt des Antrags noch nicht begonnen wurden.

Bei energetischer Sanierung auch Maßnahmen zur Barrierefreiheit realisieren

Empfehlenswert ist, Maßnahmen zur Barrierefreiheit mit einer ohnehin geplanten energetischen Sanierung zusammenzulegen. „Arbeiten zur energetischen Verbesserung des Hauses und barrierereduzierende Umbauten in einem Zuge anzugehen, bietet sich an“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „So hat man Handwerker nur einmal im Haus.“ Für die Planung der energetischen Modernisierung sollte man sich an Architekten, Ingenieure und Gebäudeenergieberater wenden. Viele Architekten und Innenarchitekten haben sich auf das Thema Barrierefreiheit spezialisiert. Sie können etwa über die Architektenkammer Baden-Württemberg gefunden werden.

Wer bei einer Sanierung darüber hinaus die Nutzung von ökologischen Materialien und Naturbaustoffen in Betracht zieht und mehr für den Artenschutz am und um das Haus tun will, trägt zum Schutz der Umwelt bei. Nisthilfen oder Insektenhotels beispielsweise können am Haus gut unter dem Dach angebracht werden oder am Baum im Garten. Das hilft den Lebensraum heimischer Vogel- und Insektenarten zu erhalten und fördert die biologische Vielfalt. Auch die Nutzung von Holz statt energieintensivem Beton und Zement sowie die Verwendung von Kalk statt Gips ist besser für die Umwelt und das Klima.

 

31.01.2021  ·  Förderungen
Welche Mehrkosten kommen auf Hauseigentümer zu?

Am 1. Januar 2021 ist im Gebäudesektor die Bepreisung von Kohlendioxid (CO2) gestartet. Für einen Liter Heizöl zahlen Hauseigentümerinnen und Eigentümer in diesem Jahr 7,9 Cent mehr. Dabei wird es nicht bleiben: In den nächsten Jahren werden die CO2-Kosten von Erdgas und Heizöl weiter steigen, um im Klimaschutz voranzukommen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Eine Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus mit Ölheizung und einem jährlichen Verbrauch von 3.000 Liter Heizöl zeigt: Je nach Entwicklung der CO2-Bepreisung betragen die Zusatzkosten in den nächsten 20 Jahren zwischen 15.000 und 25.000 Euro. So lange ist eine Heizung mindestens in Betrieb. Die neue Bepreisung trifft die Eigentümer unsanierter Gebäude mit fossilen Heizungen und schlechtem energetischen Zustand am Stärksten. Gedämmte Häuser, die erneuerbare Energien nutzen, verursachen dagegen keine CO2-Zusatzkosten und werden daher deutlich attraktiver.

Die Bepreisung ist mit einem festen System gestartet. Seit 1. Januar sind 25 Euro pro Tonne CO2 für Kraft- und Brennstoffe im Verkehrs- und des Gebäudebereich fällig. Das entspricht in diesem Jahr einem Aufschlag von 79 Euro pro 1.000 Liter Heizöl. Der CO2-Preis steigt 2022 auf 30 Euro pro Tonne CO2, 2023 auf 35 Euro, 2024 auf 45 Euro und 2025 auf 55 Euro. Danach sollen weitere Erhöhungen folgen; wie hoch sie ausfallen werden, ist aber noch unklar.

Szenarien veranschaulichen die mögliche Bandbreite der Zusatzkosten


Hauseigentümer, die in einem 150-Quadratmeter-Haus mit einem schlechten Energiestandard und rund 3.000 Liter Heizölverbrauch pro Jahr leben, müssen für den Zeitraum von 2021 bis 2025 Zusatzkosten von insgesamt rund 1.800 Euro einkalkulieren.

Welche Kosten ab 2026 hinzukommen können, zeigen beispielhafte Szenarien: Steigt der CO2-Preis pro Tonne bis 2030 auf 100 Euro und verläuft danach konstant, belaufen sich die Mehrkosten in 20 Jahren auf bereits gut 15.000 Euro. Steigt er dagegen auf den vom Umweltbundesamt empfohlenen Wert von 195 Euro, summieren sich die Zusatzkosten sogar auf gut 25.000 Euro. Selbst wenn man von keiner weiteren Erhöhung ab 2025 ausgeht, kommen in 20 Jahren rund 6.500 Euro Mehrkosten hinzu. Dass es nach 2025 bei den 55 Euro pro Tonne CO2 bleibt, halten Experten jedoch für sehr unwahrscheinlich.

Zum Vergleich: Bei den erneuerbaren Energieträgern fallen nach aktuellen Vorgaben keine Zusatzkosten an. Die CO2-Emissionen von Strom werden im Rahmen des europäischen Emissionshandels bereits seit 2005 in den Strompreis mit eingerechnet.


CO2-Bepreisung: Ein Sanierungsgrund mehr


Heizungen auf Basis fossiler Energien werden künftig durch die CO2-Kosten im Betrieb deutlich teuer, vor allem in schlecht gedämmten Gebäuden. „Die neue CO2-Bepreisung ist ein Grund mehr für eine energetische Sanierung“, sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau.

Wer saniert, erhält seit diesem Jahr – dank der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – außerdem deutlich mehr Fördergeld. Zudem ist die Antragstellung mit dem BEG einfacher als früher. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sollten diese Chance jetzt wahrnehmen, rät Hettler.

25.01.2021  ·  Förderungen
Bestehende Wohngebäude: Neue Regeln für Energieausweise ab 1. Mai 2021

Bei Mieterwechsel ist ein gültiger Energieausweis vorzulegen. Ab 1. Mai 2021 gelten neue Regeln für Energieausweise von bestehenden Wohngebäuden. So wird künftig die Höhe der Treibhausgas-Emissionen in den Energieausweis aufgenommen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Bei Verbrauchsausweisen sind Hauseigentümerinnen und -eigentümer in Zukunft verpflichtet, detaillierte Angaben zur energetischen Bewertung des Gebäudes zu machen. Aussteller müssen die Angaben vor Ort oder anhand geeigneter Fotos prüfen. Die Änderungen sollen die Aussagekraft der Ausweise verbessern. Relevant werden die Änderungen in diesem Jahr für Energieausweise, die 2011 ausgestellt wurden.

Da Energieausweise nur zehn Jahre gültig sind, müssen Eigentümer sie unter Umständen erneuern lassen. Gebäudeenergieberater und andere Fachleute können das Dokument ausstellen. Der Ausweis oder eine Kopie davon muss vorgelegt werden, wenn ein Gebäude neu vermietet, verkauft oder verpachtet wird. Das gilt nicht nur wie bisher für Gebäudeeigentümer, sondern künftig auch explizit für Makler. Wer sein Gebäude selbst bewohnt oder nicht neu vermietet, braucht keinen neuen Ausweis.

Energieberaterinnen und Energieberater, die Energieausweise ausstellen können: www.zukunftaltbau.de/im-eigenheim/beratung/ oder www.energie-effizienz-experten.de

Neutrale Informationen gibt es auch kostenfrei am Beratungstelefon von Zukunft Altbau unter 08000 12 33 33 (Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr) oder per E-Mail an beratungstelefon@zukunftaltbau.de.

Hauseigentümer haben in der Regel die Wahl zwischen einem Energieverbrauchsausweis und einem Energiebedarfsausweis. „Beim Bedarfsausweis zeigt eine Skala von grün bis rot den berechneten Energiebedarf des Gebäudes anhand des baulichen Zustandes und der Heiztechnik“, erklärt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Der Verbrauchsausweis präsentiert in denselben Farben den durchschnittlichen Heizenergieverbrauch der vergangenen drei Jahre.“ Modernisierungsempfehlungen sind Bestandteil beider Energieausweise. Gebäudeenergieberater und andere Fachleute können das Dokument ausstellen.

Neue gesetzliche Grundlage ist das am 1. November 2020 in Kraft getretene Gebäudeenergiegesetz (GEG). Davor waren die Vorschriften für Energieausweise in der Energieeinsparverordnung EnEV festgelegt. Bei den Neuerungen für bestehende Gebäude sieht das GEG eine Übergangsfrist bis 30. April 2021 vor. Erst danach kommen die zusätzlichen Regeln für Energieausweise zum Tragen.

 

Folgende Regelungen kommen künftig hinzu: Ab 1. Mai 2021 werden die TreibhausgasEmissionen im Energieausweis aufgeführt. „In der EnEV war diese Ausweisung bisher nicht verpflichtend, mit der Umsetzung des GEG ist dies nun erforderlich“, sagt Meike Militz von der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Mit der neuen Vorschrift enthält der Energieausweis künftig Informationen, die den CO2-Fußabdruck deutlicher darstellen.“ Die Emissionen werden aus dem Primärenergiebedarf oder -verbrauch des Gebäudes berechnet.

Was bislang schon bei Bedarfsausweisen der Fall ist, gilt ab Mai auch bei Verbrauchsausweisen. Eigentümer müssen die energetische Qualität des Gebäudes detailliert angeben, inklusive inspektionspflichtiger Klimaanlagen. Auch das Fälligkeitsdatum der nächsten Untersuchung muss festgehalten werden. Aussteller der Verbrauchsausweise müssen künftig die bestehenden Gebäude vor Ort in Augenschein nehmen oder anhand geeigneter Fotos bewerten, um passende Maßnahmen zur Modernisierung zu empfehlen. „So soll die Qualität der Sanierungsempfehlungen verbessert werden“, erklärt Militz. Stellen Eigentümer Daten für den Energieausweis bereit, sind sie für die Richtigkeit der Angaben verantwortlich. Experten, die Energieausweise ausstellen, müssen die bereitgestellten Informationen sorgfältig prüfen und dürfen diese nur verwenden, wenn kein Zweifel an ihrer Richtigkeit besteht.

Die Pflicht, bei der Vermietung, Verpachtung oder dem Verkauf eines Wohngebäudes einen Energieausweis vorzulegen, gilt in Zukunft auch explizit für Immobilienmakler, nicht nur für die Eigentümer. Die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen bleiben unverändert erhalten.

Wer braucht welchen Ausweis?

Vielen Eigentümern ist unklar, welchen Energieausweis sie beauftragen sollen. Für Käufer und Mieter von Ein- oder Zweifamilienhäusern ist der Bedarfsausweis teilweise Pflicht, in jedem Fall aber besser geeignet, meint Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Er macht den energetischen Zustand des Gebäudes transparent und weist so auf Kostenfallen hin. Der Verbrauchsausweis zeigt, wie stark die Vornutzer die Heizung aufgedreht haben und damit, wie viel CO2 tatsächlich ausgestoßen wurde. Das Verbrauchsprofil ist für die nachfolgenden Bewohner jedoch nicht immer aussagekräftig.“ Bei Mehrfamilienhäusern mit zahlreichen Wohnungen ist das anders. Ein Durchschnitt der Verbrauchswerte unterschiedlicher Bewohner hat genügend Aussagekraft. Deshalb werden hier eher Verbrauchsausweise eingesetzt.

Auf dem Bedarfsausweis stehen deutlich mehr Informationen. Er zeigt den bauphysikalisch berechneten Energiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Steht die Effizienzampel auf dem Ausweis auf Grün, können die Eigentümer bei einer Veräußerung besser für ihr effizientes Haus werben. Immobilien mit einem Label im grünen Bereich verursachen rund 15 bis 20 Euro weniger Energiekosten pro Quadratmeter und Jahr als schlecht gedämmte Gebäude. Bei einer Wohnung mit 90 Quadratmetern Wohnfläche sind das jährlich immerhin rund 1.500 Euro. Für Kauf- oder Mietinteressenten sind diese Häuser deutlich attraktiver als solche, die hohe Betriebskosten verursachen. Sind viele energetische Schwachstellen vorhanden und leuchtet auf dem Label die Farbe Rot, sollte der Bedarfsausweis der Einstieg in eine mit bis zu 80 Prozent geförderte Gebäudeenergieberatung sein, rät Hettler.

Die Kosten des Bedarfsausweises sind für die Hauseigentümer zunächst höher, da eine Analyse des Gebäudes vor Ort durch einen Fachmann nötig ist. In der Regel fällt ein eher niedriger dreistelliger Betrag an. Die Alternative Verbrauchsausweis ist deutlich billiger, aber auch weniger aussagekräftig. Im Netz gibt es bereits Verbrauchsausweise für unter 50 Euro, die allerdings häufig ihr Papier nicht wert sind. Die Anbieter senden den Ausweis mit den ungeprüften Angaben per E-Mail zu, die Fehlerhäufigkeit ist daher hoch. Das kann auch juristisch heikel werden, da die Käufer für die Fehler rechtlich verantwortlich sind. Daher: Hände weg von Billigangeboten.

Es empfiehlt sich, die Ausstellung des Energieausweises mit einer Energieberatung zu verknüpfen, aus der am Ende ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) hervorgeht. Die Beratung wird mit bis zu 80 Prozent gefördert und kostet am Ende wenige hundert Euro. Für jede Sanierungsmaßnahme, die aus dem iSFP hervorgeht, gibt es einen Zusatzbonus von fünf Prozent der Kosten. So macht sich die Energieberatung schnell bezahlt, außerdem sorgt sie für eine fachlich einwandfreie Sanierung.

Was muss in Immobilienanzeigen stehen?

Auch in den Immobilienanzeigen ist ein Teil der Kenndaten aus dem Energieausweis Pflicht. Dazu zählen das Baujahr des Hauses und die Energieeffizienzklasse, der zur Wärmeversorgung genutzte Energieträger, die Angabe des Endenergiebedarfs oder des Endenergieverbrauchs und die Art des Energieausweises.

Die Veröffentlichungspflicht gilt übrigens für alle Inserate in Zeitungen oder kostenpflichtigen Internetseiten. Verstöße werden mit einem Bußgeld bis zu 15.000 Euro geahndet. Verfügt der Eigentümer über einen nach dem 1. Mai 2014 ausgestellten Energieausweis, entfallen die Angaben zum Energiebedarf oder -verbrauch und die zum Energieträger. Die seitdem genutzten Effizienzklassen A+ bis H ersetzen diese Daten im Inserat. Der Energieausweis muss Miet- und Kaufinteressenten bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden, nicht erst bei der Vertragsverhandlung.

Aktuelle Informationen kzur energetischen Sanierung von Wohnhäusern gibt es auch auf www.zukunftaltbau.de oder www.facebook.com/ZukunftAltbau.

10.01.2021  ·  Förderungen
Förderung für Barrierereduzierung beim Wohnen für 2021 gestartet

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat die Fördermittel für Maßnahmen zur Barrierereduzierung für das Jahr 2021 auf 130 Mio. EUR festgelegt. Im Jahr 2020 standen dafür 100 Mio. EUR bereit, im Zuge des Konjunkturpakets wurde die Förderung um weitere 50 Mio. EUR aufgestockt. Die Zuschüsse können ab sofort bei der KfW beantragt werden.

Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe: "Die KfW-Zuschüsse für die Barrierereduzierung sind seit Jahren sehr beliebt. Das ist erfreulich, weil immer mehr Menschen in Deutschland in Wohnkomfort investieren und sich dadurch einen längeren Verbleib in der gewohnten Umgebung sichern können."

Das BMI und die KfW fördern bauliche Maßnahmen in Wohngebäuden, mit denen Barrieren im Wohnungsbestand reduziert erhöht werden. Seit 2009 wurden knapp 500.000 Wohneinheiten mit einem Zusagevolumen von 4,1 Mrd. EUR mithilfe der Förderung umgebaut. Allein im Jahr 2020 waren es 93.000 Wohneinheiten mit einem Fördervolumen von fast 300 Mio. EUR. Zu den typischen Modernisierungsmaßnahmen zählen der Einbau einer bodengleichen Dusche, das Entfernen von Türschwellen oder der Einbau von Aufzügen.

Für einzelne Maßnahmen vergibt die KfW Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der förderfähigen Kosten (max. 5.000 EUR). Wer sein Haus zum Standard "Altersgerechtes Haus" umbaut, bekommt 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten (max. 6.250 EUR) von der KfW erstattet.

Private Bauherren und Mieter können ihren Förderantrag vor Beginn der Vorhaben im KfW-Zuschussportal online stellen und erhalten innerhalb kürzester Zeit ihre Förderzusage.

Informationen zu den Fördermöglichkeiten sind auf der Internetseite
www.kfw.de/455-b  oder über das KfW-Infocenter unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 539 9002 erhältlich.

30.12.2020  ·  Förderungen
Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude startet am 1. Januar: Mehr Geld für die Sanierung, ein Antrag für sämtliche Förderwünsche

Mit dem 1. Januar 2021 gilt in Deutschland die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die BEG integriert mehrere Programme der bisherigen Träger KfW und BAFA und macht damit die Förderlandschaft übersichtlicher. Hauseigentümer können sich künftig mit nur einem Antrag um praktisch alle für sie in Frage kommenden Förderangebote bewerben. Hinzu kommt eine Verbesserung der finanziellen Unterstützung energetischer Sanierungen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau hin.

Vorerst gilt die BEG nur für Zuschüsse bei einzelnen Sanierungsmaßnahmen. Wer eine Maßnahme aus einem geförderten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) umsetzt, erhält künftig fünf Prozentpunkte mehr Zuschuss. Bei neuen Heizungen steigt die Förderquote damit auf bis zu 50 Prozent der Kosten, bei Dämmmaßnahmen, neuen Fenstern und Lüftungsanlagen erhöht sich der Zuschuss auf bis zu 25 Prozent. Mitte 2021 soll auch die Förderung von Gesamtsanierungen auf das neue System umgestellt werden.

Mit der BEG werden künftig energetische Einzelmaßnahmen in bestehenden Gebäuden sowie energetische Gesamtmaßnahmen im Neu- und Altbau gefördert. Hinzu kommen erhöhte Fördergelder für Fachplanungs- und Baubegleitungsleistungen. Das neue Programm integriert zehn KfW- und BAFA-Förderprogramme ganz oder teilweise. „Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer können künftig mit einem Antrag an finanzielle Unterstützung kommen, auch wenn sie mehrere Maßnahmen beantragen", sagt Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Zudem erhalten sie höhere Zuschüsse. Damit ist die Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden so attraktiv wie nie. Diese guten Bedingungen sollten sich Eigentümer nicht entgehen lassen."

Januar 2021: Neuordnung der Einzelmaßnahmenförderung – Start mit Zuschüssen

Wer sich für eine finanzielle Unterstützung von energetischen Einzelmaßnahmen interessiert, kann wie bisher zwischen einem Zuschuss und einem Kredit mit Tilgungszuschuss wählen. Die neue Kreditvariante im Rahmen des BEG wird jedoch erst ab dem 1. Juli 2021 zur Verfügung stehen. Bis dahin gelten die alten Förderregeln der KfW.

Die Zuschuss-Fördersätze bei Einzelmaßnahmen, die erst mit dem Klimapaket am 1. Januar 2020 eingeführt wurden, bleiben gleich. Wer jedoch künftig eine geförderte Gebäudeenergieberatung mit anschließender Ausstellung eines individuellen Sanierungsfahrplanes (iSFP) für Wohngebäude durchführen lässt oder bereits einen vom Bund geförderten Sanierungsfahrplan vorliegen hat und eine Maßnahme daraus realisiert, bekommt einen Förderbonus von fünf Prozentpunkten bei der Umsetzung. Die Gebäudeenergieberatung als Einstieg in die Sanierung wird dadurch nochmal deutlich attraktiver. „Der Staat fördert die Beratung bereits mit 80 Prozent, kommt ein iSFP-Bonus bei der Ausführung hinzu, macht sich die Beratung sogar mehr als bezahlt", sagt Hettler.

Zuschüsse für neue Heizungen, Dämmungen, Fenster und Lüftungsanlagen gestiegen

Was bedeutet der iSFP-Bonus in Fördermitteln ausgedrückt? Wer bei einem Ölkesseltausch etwa eine Wärmepumpe oder Biomasseanlage einbaut, erhält vom Staat nicht mehr wie bisher 45 Prozent der Investitionskosten, sondern 50 Prozent. Kostet die Wärmepumpe beispielsweise 18.000 Euro, gibt es in diesem Fall 9.000 Euro Zuschuss. Für eine Erdgas-Hybridheizung mit einem erneuerbaren Anteil von mindestens einem Viertel – beispielsweise in Form von Solarthermie – steigt der Investitionszuschuss von 40 auf 45 Prozent, wenn eine Ölheizung ausgetauscht wird.

Dämmmaßnahmen an Fassade, Dach und Kellerdecke, neue Fenster sowie Lüftungsanlagen inklusive Wärme- und Kälterückgewinnung, die die Gebäudehülle im notwendigen Maß energieeffizienter machen, erhalten 20 Prozent Zuschuss. Mit dem iSFP-Bonus gibt es 25 Prozent. Kostet eine Dämmung etwa 60.000 Euro, gibt es also maximal 15.000 Euro vom Staat dazu. Beachtet werden sollte in diesem Zusammenhang: Wer sich etwa eine neue Heizung und eine Dämmung zulegt, darf eine bestimmte Obergrenze bei den förderfähigen Kosten nicht überschreiten. Sie wurde jetzt von 50.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht – eine weitere Verbesserung des BEG gegenüber der bisherigen Förderung.

Die Einzelmaßnahmen können über mehrere aufeinander folgende Jahre hinweg beantragt werden. Auch der iSFP-Bonus kommt jedes Mal erneut zum Zuge. Es muss jedoch eine Verbesserung der energetischen Qualität erfolgen, sonst gibt es kein Geld. Damit kein Missbrauch getrieben wird, wird es künftig – auch bei den Einzelmaßnahmen – verstärkte Kontrollen vor Ort geben.

Auch mehr Geld für Baubegleitung

Die Baubegleitung durch eine Expertin oder einen Experten berechtigt ebenfalls zu mehr Fördergeld: Für eine qualifizierte Baubegleitung gewährt der Staat bislang Zuschüsse in Höhe von 50 Prozent der Kosten, bis zu 4.000 Euro pro Vorhaben. Dieser Betrag steigt nun bei Ein- und Zweifamilienhäusern auf maximal 5.000 Euro, bei Mehrfamilienhäusern sogar auf bis zu 2.000 Euro pro Wohneinheit, insgesamt auf 20.000 Euro. Der Zuschuss wird zusätzlich zu den Geldern der anderen Sanierungsmaßnahmen gewährt.

Mit dem Start der BEG-Förderung wird übrigens keine neue Behörde geschaffen: Das BAFA nimmt für Einzelmaßnahmen künftig die Anträge für Zuschüsse an, die KfW ab 1. Juli 2021 die Anträge für Kredite. Für die ab dem Juli startende BEG-Zuschuss- und Kreditförderung für Gesamtsanierungen, die sogenannte Effizienzhaus-Förderung, bleibt ausschließlich die KfW zuständig. Bis dahin gelten für Gesamtsanierungen die alten KfW-Förderregeln. Ab 2023 soll das BAFA alle Zuschussanträge bearbeiten und die KfW für alle Kreditvarianten zuständig sein.

Experten sehen die veränderten Regelungen als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand an. „Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude stellt eine enorme Verbesserung für Sanierungswillige dar", betont Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Ich kann Hausbesitzern nur raten, mit ihrem Energieberater zu klären, wie dieses großartige Förderangebot im eigenen Sanierungsprojekt genutzt werden kann."

22.12.2020  ·  Förderungen
2021 – neue Gesetze, neue Pflichten!

Das Jahr 2021 wartet gleich mit einer ganzen Reihe von Gesetzen im Energie-, Gebäude- und Umweltbereich auf, die mal stärker, mal schwächer in den Alltag von Firmen und Bürgern eingreifen. Sie sollen hier und heute kurz mit ihren wesentlichen Konsequenzen vorgestellt werden.
Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Das GEG trat am 1. November 2020 in Kraft. Es setzt die EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie um und gilt für Neubauten und umfassende Sanierungen. Mit ihm wurden Energieeinsparverordnung (EnEV), Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz (EEWärmeG) und Energieeinsparungsgesetz (EnEG) verbunden. Diese Gesetze traten damit außer Kraft. Das GEG sieht eine Einkopplungspflicht von 15 Prozent erneuerbarer Energien vor. Gebäude der öffentlichen Hand sind im KfW-55-Standard zu errichten, Privatbauten im KfW-70-Standard. Das entspricht in etwa den bisherigen Regelungen der EnEV. Diese Effizienzziele ebenso wie die Einsparziele bei Treibhausgasen können auch mit Gebäudeautomation auf der Basis künstlicher Intelligenz abgedeckt werden. Das sieht der §130 GEG vor.

Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG)

Das GEIG gilt ab 1. Januar 2021 und soll die Voraussetzungen für die Elektromobilität in Immobilen schaffen. Sein Geltungsbereich entspricht in etwa dem GEG, es trifft also auf Neubauten und umfassende Sanierungen zu. In Wohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen sind demnach alle Stellplätze mit einem Leerrohr auszurüsten, in dem später ein Kabel für eine Ladesäule verlegt werden kann. Für Nichtwohngebäude muss jeder fünfte Stellplatz so ausgerüstet werden. Hier ist generell mindestens eine Ladesäule zu errichten, wenn mehr als 20 Stellplätze vorhanden sind – und das bis 2025. Einige Ausnahmen gelten für kleine und mittelständische Unternehmen sowie wenn die Kosten für die Ladeinfrastruktur bei einer Sanierung sieben Prozent der Gesamtkosten übersteigen würden.

Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG)

Strom aus KWK-Anlagen (meist aus Blockheizkraftwerken) wird in Deutschland analog dem EEG (s. weiter unten) vergütet. Das entsprechende Gesetz wird aufgrund des sich ändernden Strommarktes in regelmäßigen zeitlichen Abständen angepasst. Die 2020er Novelle bedeutet eine Begrenzung der jährlichen Förderung auf 3.500 Vollbenutzungsstunden. Die bisherige Förderdauer von 60.000 Vollbenutzungsstunden bei Anlagen bis 50 kW elektrische Leistung und für die gesamte Lebensdauer wurde nur von wenigen Anlagen in der Praxis erreicht. Zudem wird kein KWK-Zuschlag mehr gezahlt, wenn ins öffentliche Netz eingespeist wird, und keine oder eine auf 20 Prozent des Regelsatzes geminderte EEG-Umlage bei Eigenversorgung entrichtet werden muss. Neue Boni werden nur noch für KWK-Anlagen über 1 MW bei innovativer erneuerbarer Wärme gezahlt, und zwar 0,8 Cent/kWh KWK-Strom bei 10-prozentiger innovativer erneuerbarer Wärme und bis zu 7 Cent/kWh bei einem 50-prozentigen Wärmeanteil. Für elektrische Wärmeerzeuger werden 0,3 Cent/kWh gezahlt, beim Ersatz von Kohle erfolgt eine Einmalzahlung in Höhe von 180 Euro pro kW ersetzter KWK-Leistung.

Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)

Das BEHG greift am tiefsten in die Belange von Firmen und Kunden ein. Denn es bedeutet eine Verteuerung aller fossilen Brenn- und Kraftstoffe, und das ab 1. Januar 2021. Zunächst fallen die Teuerungen noch moderat aus. Zu Beginn gilt ein CO2-Preis von 25 Euro je erzeugter Tonne dieses klimaschädlichen Gases. Erdgas wird sich dadurch um 0,6 Cent je kWh (derzeitiger Durchschnittspreis 6,11 Cent je kWh) verteuern, Heizöl um 0,7 Cent (3,83 Cent je kWh) je kWh. Bei Fernwärme liegt die Teuerung je nach eingesetzten Brennstoffen zwischen 0,5 und 0,7 Cent je kWh liegen (8,15 Cent je kWh; alle Angaben: Brennstoffspiegel, bezogen auf 3.000 Liter Heizöläquivalent, bundesdurchschnittlich gerechnet, inklusive Grundpreise). Diesel wird um rund 8 Cent und Super E10 um rund 7 Cent je Liter teurer. Da auch die Mehrwertsteuer auf Kraft- und Brennstoffe wieder von 16 auf 19 Prozent steigt kommen noch mal gut 3 bi 4 Cent je Liter obendrauf. Doch die Umlage steigt bis 2025 auf 55 Euro. Heizöl wird dann etwa um 37 Prozent teurer und Erdgas um 22 Prozent. Danach soll der Handel in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2 erfolgen.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die neue BEG ist letztlich eine Umstrukturierung der bisherigen Förderelemente von KfW und BAFA. Alle Fördermaßnahmen werden auf nur noch drei Programme reduziert, zum einen für Einzelmaßnahmen, zum zweiten für Neubau und Komplettsanierungen von Wohngebäuden und zum Dritten für das gleiche von Nichtwohngebäuden. Auch hier gibt es eine Übereinstimmung mit GEG und GEIG. Die Beantragung der Kredite liegt ab
1. Januar 2021 nur noch bei der KfW, die der Zuschüsse beim BAFA. Zudem wird die Energieberatung für Wohngebäude (EBW) und die Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme (EBN) mit einem Zuschuss in Höhe von 80 Prozent gefördert. Anträge für eine Förderung müssen vor Maßnahmenbeginn beim BAFA gestellt werden.

Wohnungseigentumsgesetz (WEG)

Alle Jahre wird auch das WEG geändert. Für 2020 stand eine umfassende Novellierung an, die seit Dezember gilt. Besonders wichtig: für energetische Sanierungen reicht in Zukunft eine einfache Mehrheit der Eigentümerversammlung. Zudem gibt es einen Anspruch auf Einbau einer E-Auto-Ladestation sowie barrierefreien Umbau.

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das EEG ist nun schon 20 Jahre alt. 2021 fallen die ersten Anlagen aus der Förderung, die immer auf 20 Jahre begrenzt war. Die derzeitige Novelle wurde am 17. Dezember 2020 verabschiedet. So wird es für alte EEG-Anlagen, also Windkraft und Photovoltaik, eine Anschlussregelung geben, wonach weiterhin Erlöse für einige Monate möglich sind. Doch die liegen deutlich unter den bisherigen Erlösen und können sich als kaum lohnen erweisen. Zudem sollen Kommunen, in denen Windkraftanlagen gebaut werden, eine finanzielle Beteiligung erhalten.

18.12.2020  ·  Förderungen
Fördermittel 2021 für altersgerechte Badausstattung schon jetzt beantragen!

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Anforderungen an die Ausstattung des privaten Bades, Stichwort: Barrierefreiheit. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt entsprechende Umbaumaßnahmen aus den Förderprogrammen „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss (455-B)“ und „Alters¬gerecht Umbauen – Kredit (159)“. Typische Maßnahmen, für die solche Mittel in Anspruch genommen werden können, sind die Ausstattung mit einer bodengleichen Dusche oder der Umbau eines Bades mit den höhenverstellbaren „Prevista Dry“-WC- und -Waschtisch-Elementen.

Da die Fördermittel immer recht schnell ausgeschöpft sind, empfiehlt sich eine frühzeitige Beantragung. Wichtig ist, dass die Antragstellung vor Beginn der (Um)Baumaßnahme erfolgt. Das Alter der Antragsteller spielt für die Förderung keine Rolle. Eine Beantragung ist sogar möglich, wenn ein Bad in einem Neubau vorausschauend altersgerecht geplant und zum Beispiel schon mit Assistenzsystemen ausgestattet wird.

Handlungsdruck wächst

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. So stieg zwischen 1970 und 2017 der Anteil der Personen an der Gesamtbevölkerung, die älter als 67 Jahre sind, von 11 auf 19 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt). Bis 2060 wird dieser Anteil nach Schätzungen des Bundesamtes für politische Bildung über 27 Prozent betragen. Damit wächst entsprechend der Bedarf an alters- und pflegegerecht ausgestatteten Wohnung. Darauf hat auch die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in einem Grundsatzpapier hingewiesen, das gemeinsam mit dem ZVSHK erstellt wurde. Darin heißt es weiter, dass die meisten Menschen „so lange wie möglich in der eigenen Wohnung (genauer: in ihrem bisherigen Zuhause) oder zumindest in einem Umfeld mit Privat­sphäre leben und gegebenenfalls gepflegt werden“ möchten. Für das Fachhandwerk entwickelt sich hier in den kommenden Jahren ein interessantes Geschäftsfeld.

Höhenverstellbare „Prevista“-WC- und „Prevista“-Waschtisch-Elemente

Um den alters- und pflegegerechten Umbau eines Bades schnell und reibungslos umzusetzen, bietet Systemhersteller Viega unter anderem mit dem Vorwandsystem „Prevista“ praxisgerechte Lösungen an, über die vergleichsweise einfach ein deutlicher Zugewinn an Barrierefreiheit erreicht wird. Beispielhaft dafür sind die höhenverstellbaren WC- und Waschtisch-Elemente. Per Knopfdruck können bei diesen Elementen der WC-Sitz um bis zu 8 cm, der Waschtisch sogar um bis zu 20 cm in der Höhe angepasst werden. Das kommt vor allem Personen mit Bewegungseinschränkungen zugute.

Andere Beispiele sind die ergänzenden Vorwandelemente zur Montage von Stützgriffen oder die elektronischen Betätigungsplatten der „Visign“-Serien. Sie lassen sich mit einem Taster zur Fernauslösung der WC-Spülung ausrüsten.

Förderung vor Baubeginn beantragen

Die KfW bezuschusst solche Neu- oder Umbaumaßnahmen aus dem Programm „Barrierereduzierung (455-B)“ unabhängig vom Alter der Antrag­steller mit bis zu 6.250 Euro. Das Geld wird dabei nicht nur für die barriere­armen Installationskomponenten – wie die „Prevista“-Vorwandelemente oder die „Visign“-Betätigungsplatten – gezahlt, sondern auch für weitergehende Umbaumaßnahmen. Dazu gehören unter anderem die Verbreiterung von Türen, die Änderung der Raumaufteilung im Bad, der Einbau von Stützgriffen oder die Schaffung bodengleicher Duschen. Hierfür kommen die „Advantix“-Duschrinnen von Viega zum Einsatz, die als Linienentwässerung je nach Ausführung sogar direkt vor der Wand installiert werden können. Die gesamte Duschfläche ist dann problemlos mit dem Rollstuhl befahrbar. Das bedeutet einen deutlichen Komfortgewinn für den Nutzer und einen Zugewinn an Sicherheit für Pflegekräfte, die nicht mehr auf den Rost eines Punktablaufs oder gar auf den Ablauf einer Duschwanne achten müssen.

Darüber hinaus dürfen die Fördermittel für elektronische Hilfsmittel eingesetzt werden. Dazu gehören die Funkauslösung für die WC-Betätigung oder sogar die nachleuchtenden „Visign“-Betätigungsplatten, wenn diese als Orientierungshilfe installiert werden.

Zinsgünstige Kredite stehen für derartige Investitionsmaßnahmen zudem über das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen (159)“ zur Verfügung. Die Antragstellung erfolgt vor dem Start der Bauarbeiten bei der heimischen Bank, Sparkasse oder Versicherung. Die Kreditsumme kann sich dann auf bis zu 50.000 Euro bei einem effektiven Jahreszins ab 0,78 Prozent (Stand: Nov. 2020) belaufen.

Weitergehende Informationen zu den Förderprogrammen der KfW gibt es unter kfw.de/inlandsfoerderung, zu den Möglichkeiten eines schwellenarmen Badausbaus unter viega.deDas gemeinsam von VDS und ZVSHK vorgestellte Grundsatzpapier „Demografischer Wandel“ kann kostenlos unter sanitaerwirtschaft.de heruntergeladen werden.

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