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PELLETHEIZUNG IM VERGLEICH ZU ANDEREN SYSTEMEN


23. Dezember 2018
Pelletheizung im Vergleich zu anderen Systemen


Pelletheizung im Vergleich zu anderen Systemen
Die Pelletheizung überzeugt durch zahlreiche Vorteile. Denn obwohl sie auf den ersten Blick teurer wirkt als herkömmliche Heizsysteme, verursacht sie mittelfristig betrachtet durch die günstigen und stabilen Pelletpreise niedrigere Kosten. Wer die optimale Kombination aus Kostensicherheit und Umweltverträglichkeit sucht, entscheidet sich für die Pelletheizung und somit für ein ökologisch nachhaltiges Heizsystem.

Investitionskosten amortisieren sich nach 12 Jahren

Bei der Pelletheizung sind es vor allem die Investitionskosten für die Neuinstallation der Heizung. Dies liegt vor allem am höheren Preis für den Heizkessel, den Umbaukosten für den Lagerraum sowie das im Idealfall vollautomatische Beschickungssystem. Dabei ergeben sich für eine Pelletheizung durchschnittliche Investitionskosten, die über den Kosten für eine neue Gas- oder Ölheizung liegen.

Investitionsbeispiel einer Heizung mit 35.000 kWh pro Jahr

  • Gesamtkosten Sanierung Öl-Brennwertkessel inklusive Förderungen - 8.300 Euro
  • Gesamtkosten Umstellung auf Pelletheizung inklusive Förderungen - 14.300 Euro

Wie dieser Vergleich zeigt, ist eine Pelletheizung anfangs teurer als traditionelle Heizsysteme. Diese Kosten amortisieren sich jedoch innerhalb von 12 Jahren durch die jährliche Einsparung an Heizkosten. So heizen Sie mit der Pelletheizung nach der Amortisation im Vergleich zur Öl- und Gasheizung um mindestens 500 Euro günstiger pro Jahr. Dieser Betrag ergibt sich auf Basis der aktuellen Preisunterschiede zwischen Heizöl und Pellets und wird sich aller Voraussicht noch erhöhen.

Heizkosten von 35.000 kWh pro Jahr nach der Amortisation

  • Ölheizung inklusive Wartungskosten - 2.600 Euro / 6,99 Cent pro kWh
  • Pelletheizung inklusive Wartungskosten - 2.050 Euro / 5,14 Cent pro kWh

Aufgrund der Preisentwicklung der letzten Jahre ist jedoch davon auszugehen, dass sich die Preisschere zwischen Heizöl und Pellets in Zukunft noch weiter zugunsten des nachwachsenden Brennstoffs öffnet. Denn während Pellets seit längerer Zeit sehr preisstabil angeboten werden, ist der Heizölpreis sehr großen Schwankungen unterworfen

Ähnlich wirkt sich der Investitions- und Heizkostenvergleich zwischen Pellet- und Gasheizung aus. Obwohl die Investition in einen Gasbrenner geringfügig unter jener für Ölheizungen liegt, ergeben sich auch hier, langfristig betrachtet, höhere Gesamt- und Heizkosten, da die Preise für fossile Energieträger kontinuierlich steigen.

Pelletheizung versus Stückholzheizung

Eine mögliche Alternative zur Pelletheizung ist die Stückholzheizung. Sowohl die Pellet- wie die Stückholzheizung erfordern eine höhere Investition bei der Anschaffung der Heizanlage. Allerdings liegen die jährlich anfallenden Heizkosten bei der Holzheizung (Pellets und Stückholz) deutlich unter den Kosten einer Gas- oder Ölheizung. Dabei halten sich die Kosten für Stückholz und Pellets die Waage und reduzieren sich häufig bei regionalem Bezug des Brennstoffs. Daher ist es vor allem in waldreichen Regionen eine Überlegung wert, in einen Kombiheizkessel zu investieren, den Sie sowohl mit Pellets wie mit Stückholz beschicken können.

Wie die Pelletheizung ist auch die Holzheizung laut den Vorgaben der BAFA förderungswürdig, da es sich beim Einbau dieses Heizungstyps um eine umweltschonende Maßnahme handelt.

Pelletheizung im Detail betrachtet

Für die Pelletheizung sprechen zahlreiche Vorteile. Dazu zählen vor allem ihre sehr gute Umweltbilanz und die geringen Betriebskosten aufgrund der günstigen und sehr stabilen Brennstoffpreise. Zusätzlich erhalten Sie mit der Pelletheizung die immer wichtiger werdende Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Denn der nachwachsende Brennstoff Holz ist zuverlässig verfügbar und von Krisen kaum bedroht. Anders gestaltet sich die Situation bei Öl und Gas. Politische Einflüsse, Kriege in den Förderländern und andere Krisen wirken sich auf die Preisgestaltung und die sichere Versorgung von Erdgas und Erdöl aus. Zudem handelt es sich bei fossilen Rohstoffen um eine endliche Ressource.

Vorteile aus Kostensicht

  • Günstige Betriebspreise durch die wesentlich geringeren Brennstoffkosten.
  • Bei der Installation eines Kombinationsbrenners für Pellets und Stückholz können sich die Kosten zusätzlich reduzieren.
  • Langfristige Versorgungssicherheit durch nachwachsende Rohstoffe.
  • Gas- und Ölpreise erhöhen sich im Ernstfall so weit, dass ein normaler Heizungsbetrieb nicht mehr finanzierbar ist.
  • Keine Lieferengpässe aufgrund von Krisen und ein damit verbundener Brennstoffmangel bei Pellets und Holz.
  • Unabhängigkeit von ausländischen Lieferanten. Diese ist bei Erdgas und Heizöl nicht gegeben.
  • Holz- und Pelletpreise sind seit Jahren stabil.
  • Heimische Versorgungssicherheit und kurze Transportwege.

Vorteile aus Umweltsicht

  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und besitzt dadurch eine höhere Verfügbarkeit.
  • Holzbewirtschaftung kann sich an den Bedarf anpassen.
  • Gewinnung von Holz ist umweltfreundlicher als die Erdölgewinnung.
  • Pelletproduktion erfordert einen wesentlich geringeren Energieaufwand als die Produktion von Heizöl.
  • Verbrennung von Holz erfolgt CO2-neutral.
  • Kombinieren Sie die Pelletheizung mit einer Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung oder einer heizungsunterstützenden Solaranlage, erhöhen Sie die Umweltfreundlichkeit durch den Einsatz weiterer regenerativer Energien. 

Nachteile, die keine echten Nachteile sind

Im Prinzip gibt es nur zwei Punkte, die bei der Pelletheizung als Nachteil beschrieben werden. Bei genauer Betrachtung präsentieren sich diese beiden Themen jedoch als vorwiegend neutral.

  • Ascheaustrag aus der Pelletheizung
    Immer wieder wird der Ascheaustrag als Nachteil angeführt. Dem ist jedoch nicht so. Immerhin weisen Holzpellets einen sehr geringen Aschegehalt auf. Dieser liegt bei durchschnittlich 0,5 Prozent. Daraus ergeben sich pro Tonne verheizter Pellets ungefähr fünf Kilogramm Asche. Aufgrund dieser geringen Aschemenge ist dies definitiv nicht als Nachteil einzuordnen. Trotz der geringen Aschemenge sollten Sie jedoch bei der Entsorgung Rücksicht auf die Natur nehmen. Denn Asche enthält verschiedenste Schwermetalle, die der ehemalige Baum aufgenommen hat. Da diese nicht verbrennen, reichern sie sich in der Asche konzentriert an. Daher entsorgen Sie die Asche unbedingt über den Restmüll. Da die jährlich anfallende Menge sehr gering ist, wirkt sich die korrekte Entsorgung der Asche kaum auf die Restmüllkosten aus.
  • Hoher Platzbedarf für Brennstoffe
    Ein unter Umständen realistischer Nachteil von Pelletheizungen ist der Raumbedarf für das Brennmaterial. Dieses Problem tritt jedoch sehr selten auf. Denn häufig ersetzt die Pelletheizung eine alte Ölheizung. In diesem Fall wird der Öltank entfernt und an seiner Stelle das Pellet Lager installiert.

Ist keine Lagermöglichkeit in unmittelbarer Nähe vorhanden, ist dies ebenfalls unproblematisch. Denn die Lagerung der Pellets ist nicht zwingend in unmittelbarer Nähe zur Heizung erforderlich. Pellets werden dort gelagert, wo sich der kostengünstigste Lagerraum befindet. Dies kann problemlos auch ein Außensilo sein oder ein weiter entfernter Raum.

Quelle: Haustechnik Dialog