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MEDIENSPIEGEL



14.06.2016  ·  Hinz und mehr
70 Jahre Fortschritt – die Helmut Hinz GmbH & Co. feiert in diesem Jahr 70-jähriges Bestehen.

GEBURTSTAG - Bereits 1946 begann Helmut Hinz Heizungen zu bauen – er war immer ein Pionier. Heute führt der Sohn die Firma erfolgreich und modern

70 Jahre Fortschritt

Sie waren schon immer einen Schritt weiter bei Hinz am Sülzgürtel. 1946, als die meisten noch unter den Nachwehen des Zweiten Weltkriegs zu leiden hatten, packte Helmut Hinz aus Sülz es an und gründete mit einem Mitarbeiter einen Zwei-Mann-Betrieb für Heizungsbau. Als eines der ersten nahm das Unternehmen in den 1960er-Jahren amerikanische Ölbrenner in sein Sortiment auf. „Da traute sich damals kein anderer ran. Das war etwas völlig neues. Die meisten heizten zu der Zeit noch mit Koks“, sagt Günter Hinz, Sohn des Gründers und heutiger Geschäftsführer der Helmut Hinz GmbH & Co. Den Heizungsbaubetrieb ergänzte seither zudem die Sparte Sanitär.

WICHTIGES STANDBEIN. Sein Vater habe immer schon gewusst, wie er sich von der Konkurrenz abhebt, so Hinz. Wie in den 1970er-Jahren, als der große Neubauboom in Köln in vollem Gange war. „Da hatte mein Vater die Idee, einen 24-Stunden-Notdienst einzurichten, was früher noch überhaupt nicht üblich war“, erzählt der Geschäftsführer. Damals stellte er die Weichen für die Ausrichtung der Firma. Bis heute ist der Kundendienst das wichtigste Standbein, zufriedene Auftraggeber das wichtigste Gebot. „Wir sanieren fast ausschließlich im Bestand“, sagt Hinz. „Wir möchten hier im Stadtteil wirken und freuen uns, wenn die Kunden immer wieder kommen. Wer sich kennt, versteht besser, was der andere möchte.“

NACHFOLGE GEREGELT. 1990 entschied Unternehmensgründer Helmut Hinz, sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Firma zurückzuziehen. Mit seinem Sohn hatte er jedoch einen Nachfolger gefunden, dem die Philosophie des Unternehmens nicht nur bekannt, sondern auch wichtig war. Diplom-Ingenieur Günter Hinz, damals erst 24 Jahre alt, ruhte sich aber nicht auf den Erfolgen seines Vaters aus, sondern entwickelte seine Ideen immer weiter. Anfang der Nullerjahre kam eine weitere Sparte dazu: das Badezimmer aus einer Hand. Das Prinzip ist  einfach, aber effektiv. Der Kunde hat mit der Helmut Hinz GmbH & Co. einen Ansprechpartner, der alle Arbeiten der verschiedenen Gewerke plant, koordiniert und abwickelt. Hinz arbeitet dazu mit langjährigen Partnerunternehmen zusammen. „Unsere Kunden müssen sich um nichts kümmern“, sagt Hinz.

KNAPP 50 MITARBEITER. Auch im Heizungsbereich stand die Entwicklung nicht still. Es kam das Thema „Regenerative Energien“ dazu und Günter Hinz konnte expandieren. Heute arbeiten am Sülzgürtel knapp 50 Menschen für das Unternehmen, darunter neun Auszubildende, die beste Chancen haben, nach der Lehre eine Anstellung zu bekommen. Gibt es Neuheiten am  Markt, wird in der Firma erstmal getüftelt und getestet. „Wir haben ein Blockheizkraftwerk im Keller installiert, um zu schauen, ob das was ist, was wir unseren Kunden anbieten wollen“,  sagt Hinz. Genauso war es mit der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

TOP QUALITÄT. Ein großes Thema der vergangenen Jahre war das Qualitätsmanagement. „Schon für meinen Vater war der wichtigste Leitsatz ,Der Kunde ist König ? ? was der  Auftraggeber wollte, hat er bekommen“, sagt Hinz. „Das behalten wir immer im Hinterkopf und haben daher 2006 die Unternehmensziele genau definiert.“  Jeder Mitarbeiter muss sie unterschreiben und verpflichtet sich dadurch zur Einhaltung. Spitzenleistung zum spürbaren Nutzen der Kunden, höchste Produktivität in allen Leistungsbereichen sowie höchste  Arbeitsqualität, einwandfreier Umgang untereinander und adäquate Verkaufsweise sollen die langfristige Sicherung des Leistungsangebots garantieren.

FEHLER VERMEIDEN. Kundenfeedback gehört ebenso dazu. Auf Kärtchen können die Auftraggeber nach der Dienstleistung  ankreuzen, was gut war und was nicht. Fehler werden regelmäßig ausgewertet, in 24 Kategorien eingeordnet und in Arbeitskreisen besprochen. So sollen sie beim nächsten Mal vermieden werden. Stimmt die Qualität im Unternehmen,  bekommen die Mitarbeiter zum Quartalsende einen Bonus. Hinz: „Dank unserer Instrumente können wir unseren Kunden eine Qualitätsgarantie von bis zu zehn Jahren geben.“

Gemeinsam lernen

BERUFSLEBEN - Lehrlinge finden bei Hinz einen Ausbildungsplatz mit Zukunft

Abwechslungsreich, interessant und fair bezahlt ? so beschreiben Auszubildende bei Hinz ihre Arbeit in dem mittelständischen Handwerksbetrieb. Acht angehende Anlagenmechaniker der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie eine kaufmännische Auszubildende im Büromanagement arbeiten und lernen zurzeit in dem Familienunternehmen am Sülzgürtel. Sie alle haben beste Übernahmechancen. Denn bei Hinz ist Ausbildung eine Investition in die Zukunft ? für beide Seiten. „Für uns ist das eine gesellschaftliche Verpflichtung, jungen Menschen unser Wissen weiterzugeben“, sagt Günter Hinz, der den Familienbetrieb seit 1990 leitet. Es sei nicht immer leicht, passende Auszubildende für den Betrieb zu finden, aber wenn es klappe, sei es dann umso schöner, die Fortschritte der Jugendlichen zu beobachten.

HANDWERKLICHES GESCHICK. Die Bewerber sollten handwerkliches Geschick und technisches Interesse  besitzen und sich durch Pünktlichkeit sowie ein freundliches, offenes Auftreten  auszeichnen. Bei einem Praktikum oder Probearbeiten können bereits Schüler sich ein Bild von der Arbeit  als Anlagenmechaniker machen. „So finden sie heraus, ob die dreieinhalb Jahre  dauernde Lehre die richtige für sie ist“, sagt Hinz. Auf anderen Seite sieht der Ausbilder, ob der angehende Azubi geeignet ist. Ein Hauptschulabschluss mit guten Noten in den technischen Fächern ist Voraussetzung für die Lehre. In den ersten zweieinhalb Jahren lernen die Azubis bei Hinz alle Sparten kennen und entscheiden sich dann für eine Spezialisierung: Heizung, Sanierung oder Sanitär. „Der Beruf ist anspruchsvoller und komplexer denn je“, sagt Hinz. „Aber eben auch abwechslungsreicher.“ Auf der Internetseite finden künftige Bewerber ein Video, das Einblicke in den Alltag eines Azubis bei Hinz gibt.

Kurz notiert

BETRIEB BEREITS MEHRFACH AUSGEZEICHNET
Gerade hat die Helmut Hinz GmbH & Co. den dritten Platz  beim Kölner Unternehmerpreis 2016 belegt. Doch das ist nicht die erste Auszeichnung für das Familienunternehmen aus Sülz. Für ihren vorbildlichen Umgang mit Azubis ehrte die Bundesagentur für Arbeit  2009 und 2010 das „herausragende Engagement in der Ausbildung“. Die Handwerkskammer zu Köln verlieh der  Firma 2013 den Titel „Handwerker des Jahres“ und nominierte  das Unternehmen 2014 zum „Top Ausbildungsbetrieb“. 

SAUBERES TRINKWASSER DANK NEUESTER TECHNIK
Seit fünf Jahren gilt bundesweit eine neue Trinkwasserverordnung. Seitdem sind immer wieder erhöhte Legionellen-Verunreinigungen festgestellt worden. Die Helmut Hinz GmbH & Co. hat  sich auf die Bekämpfung spezialisiert. Seit 2015 ist das Unternehmen exklusiver regionaler Partner für die sogenannten endständigen Wasserfilter von Pall Medical Deutschland. Der Filter verhindert, dass die gesundheitsgefährdenden Bakterien ins Trinkwasser gelangen. Dank des Pall-Filters kann die Anlage weiter betrieben werden, bis die Ursache für den Legionellen- Befall gefunden und behoben ist.

HELMUT HINZ: GRÜNDER MIT WEITSICHT
In diesem Jahr wäre Firmengründer Helmut Hinz  100 Jahre alt geworden. Er führte sein Unternehmen knapp  50 Jahre lang mit Zielstrebigkeit und Innovationskraft. Dabei war ihm nichts  wichtiger, als im Sinne seiner Kunden zu handeln. Viele bleiben seit Jahrzehnten  treu. „Mein Vater war ein klassischer Nachkriegsunternehmer“, sagt Sohn Günter Hinz. „Er hat sich vieles selbst beigebracht.“ Seinen Meister habe der Vater erst gemacht, als er den Betrieb schon zwei Jahre leitete. Ihm fehlte auch nicht der Mut, technische Neuheiten auszuprobieren und, wenn ihm der Nutzen für den Kunden plausibel vorkam, ins Angebot aufzunehmen. Mit seiner unternehmerischen Weitsicht, seinem Fleiß und seiner Persönlichkeit hat er die Werte der Firma bis heute geprägt.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger - Dienstag, 14. Juni 2016

09.06.2016  ·  Auszeichnungen
3. Platz beim Kölner Unternehmerpreis 2016

Zum neunten Mal schrieb der Wirtschaftsclub Köln den Unternehmerpreis aus, der am 7. Juni 2016 durch den EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft, Dr. Günther H. Oettinger und Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker verliehen wurde. Wir haben dabei den 3. Platz gewonnen. Wir sind stolz auf diese Auszeichnung und freuen uns sehr.

Innovativ und wachstumsstark

WIRTSCHAFTSCLUB - Das Kölner Unternehmen „1Worldsync” wurde mit dem Kölner Unternehmerpreis ausgezeichnet

von Corinna Schulz

Es gibt derzeit kaum ein Thema, das Unternehmen weltweit so sehr umtreibt wie die Digitalisierung. Jahrzehntelang erfolgreiche Geschäftsmodelle werden infrage gestellt, Konzerne und Mittelständler stehen vor der Frage, wie sie den Herausforderungen aber auch den Möglichkeiten des Internets begegnen, um zukunftsfähig zu bleiben.

Und so war der digitale Wandel auch das zentrale Thema beim Kölner Unternehmerpreis, der gestern zum neunten Mal vom Wirtschaftsclub Köln verliehen wurde. Rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker, waren zu der Verleihung ins Hotel Radisson Blu nach Deutz gekommen, wo Günther Oettinger, EU-Kommissar für digitale Wirtschaft, die Auszeichnung überreichte. Den ersten Platz belegte das Kölner Unternehmen 1Worldsync  GmbH. Die Firma managt Produktdaten für Unternehmen weltweit. Denn in der digitalen Welt verlassen sich die Verbraucher bei der Produktsuche, beim Abruf von Produktinformationen und  schließlich beim Kauf auf E-Commerce-Seiten und Internet- Applikationen auf korrekte und vollständige Produktinformationen. Finden sie nicht, was sie suchen, ziehen sie weiter.

Oettinger betonte in seiner Rede die umwälzende Kraft der Digitalisierung und verwies auf die Bedeutung von innovativen europäischen Digital-Unternehmen angesichts amerikanischer Branchengiganten wie Google. Marc E. Kurtenbach, Präsident des Wirtschaftsclubs Köln, hob in seiner Ansprache hervor, dass der Preisträger sich auf besondere Weise auf dem Markt behauptet: „Mit 1WorldSync gewinnt ein führendes Unternehmen für globales Produktdatenmanagement. Die digitale Vernetzung der Produktion mit Händler und Konsumenten ist hier schon vollzogen“, so Kurtenbach. „Unsere Großeltern kauften nach Verfügbarkeit, unsere Eltern kauften nach Marke, wir kaufen nach Produktinformation.“

Den zweiten Platz erhielt Finette + Schönborn, seit 50 Jahren Experte für die Qualitätssicherung verschiedenster  Baustoffe. Der dritte Preis ging an die Firma Helmut Hinz. Seit 70 Jahren bietet der Fachbetrieb für Heizungs- und Sanitärtechnik Dienstleistungen rund  um die Themen Wasser, Wärme und Umwelttechnik an. In der Jury saßen unter anderem Wirtschaftsdezernentin Ute Berg, Jörg Hamel vom Einzelhandelsverband sowie Claudia  Loebbecke, Lehrstuhlinhaberin an der Uni Köln für Technologiemanagement.

1. Platz - 1WorldSync ermöglicht es anderen Unternehmen, rechtzeitig Produktbilder und -informationen in guter Qualität bereitzustellen. Verbraucher stoßen so bei der Produktsuche seltener auf Fehler. Gleichzeitig können sich Händler und Hersteller auf ihr Geschäft und auf Innovationen fokussieren, statt ihre Zeit mit der Beschaffung und
Prüfung von Produktinformationen zu vergeuden. Als Betreiber von Produktinformations-Netzwerken hat das Unternehmen aus Köln mittlerweile mehr als 17 000 Kunden
aus 54 Ländern.

2. Platz - Finette + Schönborn hat sich auf die Qualitätssicherung verschiedenster Baustoffe spezialisiert, insbesondere des Betons. Beraten, Prüfen, Kontrollieren und Begutachten sind die Kernkompetenzen des Kölner Unternehmens, das sowohl eine Baustoffprüfstelle sowie ein Ingenieurbüro für Betontechnologie und Bauwerksuntersuchung vereint. Hochqualifiziertes Personal und modernste Technologien prägen seit 50 Jahren die Firma und helfen den Kunden die wachsenden Ansprüche an eine moderne Baubranche zu erfüllen.

3. Platz - Die Helmut Hinz GmbH & Co. bietet seit genau 70 Jahren als Fachbetrieb für Heizungs- und Sanitärtechnik Dienstleistungen rund um die Themen Wasser, Wärme und Umwelttechnik an. Gegründet von Helmut Hinz im Jahr 1946, führt sein Sohn Günter Hinz den Familienbetrieb seit 1990 in zweiter Generation. Zusammen mit seinem Team von etwa 50 Mitarbeitern bietet das Unternehmen Komplettsanierungen sowie die Nutzung alternativer Energiequellen oder die Planung und Umsetzung komplexer Heizungsanlagen.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger - Mittwoch, 8. Juni 2016

03.05.2016  ·  Hinz und mehr
Fachhandwerk im Netzzeitalter

Ein Gespräch über technische Leidenschaften und ebensolche Herausforderungen. In den Büroräumen der Helmut Hinz GmbH & Co. kommt man an moderner Technik nicht vorbei. Ein LED-beleuchtetes Logo, Headsets an allen Arbeitsplätzen, Mobiltelefone auf den Tischen, ferngewartete Drucker und ein großer digitaler Wandbildschirm, auf dem Gäste per Einblendung begrüßt werden. Kein Wunder, denn Günter Hinz, der das Handwerksunternehmen in zweiter Generation führt, ist technikbegeistert und probiert ständig neue Systeme aus, um mögliche Vorteile für seine Traditionsfirma frühzeitig erkennen und nutzen zu können.

Was bedeutet der rasante technologische Fortschritt für Sie als Inhaber eines alteingesessenen Familienunternehmens mit heute fast 50 Mitarbeitern?

Das Internet ist ein Innovationstreiber, das steht außer Frage. Als moderner Handwerksbetrieb freuen auch wir uns über die zahlreichen geschäftlichen Vorgänge, die durch das Internet deutlich vereinfacht wurden. Material lässt sich schnell bestellen, Kunden adressen lassen sich einfach fi nden und Weiterbildungen online buchen. Über einen externen Internetserver, einen sogenannten Cloud-Dienst, können wir unseren Mitarbeitern Fachanleitungen und andere dienstliche Unterlagen so bereitstellen, dass sie über  ihr Smartphone jederzeit von unterwegs darauf zugreifen können. Auf diese Weise haben auch die Kollegen im Notdienst ihre benötigten Unterlagen jederzeit dabei.

Gibt es auch eine Kehrseite der Medaille?

Das ist ja meistens bei Neuerungen der Fall. Für viele Menschen ist das Internet heute zum Synonym für günstige Preise geworden. Waren und Produkte lassen sich mit Leichtigkeit vergleichen, und billigere Anbieter sind schnell gefunden. Doch dabei muss man vorsichtig sein. Nicht immer stimmt  die Qualität der angebotenen Produkte, da deren Herkunft oft unklar ist. Da werden Waren zweiter Wahl als erstklassig verkauft, oder internationale Importe entsprechen nicht den gesetzlichen Vorgaben in Deutschland. Insbesondere die Händlergewährleistung ist bei vielen Onlineanbietern nicht mehr gegeben.

Im Internet gibt es also nur Schrott?

Natürlich nicht, aber man muss sehr aufpassen, wem man vertraut. Ich bin daher auch nicht der Meinung, dass das Internet eine Umsonstkultur fördert, wie man oft hört. Ich denke eher, dass sich die Spreu immer mehr vom Weizen trennen wird. Einfache und durchschnittliche Leistungen wird man weiter umsonst bekommen. Dafür werden  Kunden im Gegenzug stärker bereit sein, für Fachwissen, hohe Qualität, nachhaltiges Wirtschaften, Zeitersparnis durch weniger Reklamationen und gutes Unternehmertum Geld auszugeben.

Was meinen Sie denn mit gutem Unternehmertum?

Im Gegensatz zu manchem Internetanbieter zahlen wir in Deutschland Steuern und schaffen regionale Vollzeitarbeitsplätze. Als Familienunternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung für unsere Mitarbeiter, denen wir in Notsituationen auch zur Seite stehen. Außerdem engagieren wir uns gesellschaftlich, indem wir junge Menschen mit allen Schulabschlüssen ausbilden. Und wir kennen uns mit allen gesetzlichen Vorgaben aus und unterstützen so umweltpolitische Ziele und eine nachhaltige Entwicklung.

Gibt es auch für die Kunden interessante technische Neuerungen?

Wir waren erst kürzlich auf der internationalen Leitmesse für unsere Branche, der SHK Essen. Dort haben wir einige neue Produkte gesehen, die wir in unser Angebot aufgenommen haben. Gerade die Bereiche energieeffi ziente Heizungstechnik und innovatives Baddesign für alle Generationen boomen derzeit. Hier geht es zunehmend nicht mehr nur um die Funktionalität, sondern auch um ganzheitliche Konzepte. Im Badbereich erstellen wir zusammen mit unseren Kunden individuelle Raumkonzepte mit allen dazugehörigen Gewerken. Bei der Heizung geht es neben der Energieeinsparung auch um die Themen Warmwasserhygiene und eine effiziente Wärmeverteilung. Wichtig ist für uns, dass unser Kunde am Ende genau das bekommt, was für ihn speziell das Richtige ist und seinen Wünschen entspricht.

Herr Hinz, vielen Dank für dieses Gespräch.

Quelle: INsülz 02/2016

30.09.2015  ·  Hinz intern
Herz in der Handwerkerbrust

1.000 Euro-Spende an „Pänz vun Kölle” Das Heizungs- und Sanitärunternehmen Helmut Hinz GmbH & Co. hat dem Verein Pänz vun Kölle e. V. einen Spendenscheck in Höhe von 1.000 Euro übergeben.

Günter Hinz, Geschäftsführer und Sohn des Gründers Helmut Hinz betont: „Die Spendenbereitschaft der Deutschen für Flüchtlinge begeistert uns. Darüber dürfen wir aber die wichtige Arbeit unserer lokalen Initiativen nicht vergessen, die die Basis legen für eine kontinuierliche Sozialarbeit, die insbesondere bei der langfristigen Integration von Flüchtlingen wieder gebraucht werden wird. Wir freuen uns daher, Michael Maier und seinem Verein zu helfen, die mit viel Leidenschaft und einem großen Netzwerk vorbildliche Arbeit leisten“.

Anlässlich des Sommerfestes der Kölner Firma, bei dem jedes Jahr die Mitarbeiter und ihre Angehörigen im Kölner Hockey-Tennis-Club Blau-Weiß zusammenkommen, wurde für den wohltätigen Verein gesammelt, der sich seit 2002 das Ziel gesetzt hat, kranken und benachteiligten Kindern zu helfen.

„Wir bedanken uns für die großzügige Spende. Sie wird uns ermöglichen, weitere Kinder aus schwierigen Verhältnissen zu unterstützen“, ergänzt Michael Maier, Gründer und Vorstand von Pänz vun Kölle.

Quelle: Kölner Wochenspiegel - Mittwoch, 30. September 2015

20.08.2015  ·  Ausbildung
Hinz unterstützt europäisches Förderprogramm gegen Jugendarbeitslosigkeit

Für eine Ausbildung die Heimat verlassen Nach vielen erfolglosen Bewerbungen und einigen Gelegenheitsjobs stand die Entscheidung für Rafael Gallego Carrasco fest. Der junge Spanier, der gerade sein Abitur in der Nähe von Barcelona gemacht hatte, sah in seiner Heimat keine berufliche Perspektive mehr. „Mir wurde klar, dass ich mein Land verlassen muss – zumindest für eine bestimmte Zeit“, sagt der 21-Jährige.
 

Spanien hat in Folge der EU-Schuldenkrise mit 53 Prozent die höchste Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa, gefolgt von Griechenland. In Deutschland liegt sie gerade mal bei 7,5 Prozent – dem besten Wert in der gesamten EU. „Ich hatte gehört, dass es hier ein sehr gutes Ausbildungssystem gibt und genug Jobs“, sagt Carrasco. Über das Internet stieß er auf ein Förderprogramm des Bundesarbeitsministeriums, das die berufliche Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa fördern soll. In Deutschland erhofft man sich davon vor allem künftige Fachkräfte.

Carrasco machte Aufnahmetests, besucht in Barcelona Deutschkurse und kam schließlich mit einer Gruppe von 13 Landsleuten nach Köln, wo er von der Handwerkskammer an den Installationsbetrieb Helmut Hinz in Sülz vermittelt wurde. Nach einem Praktikum begann er eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik. Das ist jetzt ein Jahr und drei Monate her. Der Abschied aus Spanien sei ihm schwergefallen, erzählt Carrasco. Auch sein Bruder hat Spanien den Rücken gekehrt und lebt in Frankreich. „Im Stillen war ich mir aber auch nicht sicher, ob das hier in Deutschland alles so klappt“, räumt Carrasco ein. Die ersten Monate seien mühsam gewesen. „Ich habe kaum etwas verstanden, weder im Betrieb noch im Alltag“, sagt er. Trotzdem habe er sich gut betreut gefühlt, vor allem im Job. „Rafael hat sich vom ersten Tag wunderbar integriert. Das klappt am Anfang auch erst mal ohne Sprache und nur mit Gesten – vor allem, wenn man zusammen feiert“, sagt Janine Zündorf, die die ausländischen Azubis betreut.

Die Firma hat gute Erfahrungen mit Lehrlingen aus dem EU-Ausland. Ein junger Ire, der vor einigen Jahren mit dem gleichen Programm wie Rafael Gallego Carrasco nach Köln gekommen ist, arbeitet bei Hinz mittlerweile als Monteur. „Die Leute verlassen ihre Heimat, um hier zu lernen und zu arbeiten, das ist schon eine sehr starke Motivation“, sagt Zündorf. Carrasco lebt mittlerweile in einer kleinen Wohnung des Firmeneigentümers in Sülz nicht weit von seinem Arbeitsplatz entfernt.  Auch in Köln hat er sich gut eingelebt, im Verein „Casa de España“ spielt er Fußball. „Ich bin glücklich und dankbar, dass ich hier sein kann, und mittlerweile ist es meine Familie in Spanien auch.“ Ob er nach seiner Ausbildung in Deutschland bleibt, weiß er noch nicht. „Das schwankt von Tag zu Tag.“

VON CORINNA SCHULZ

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger – 28.07.2015

16.07.2015  ·  Ausbildung
WDR5 zu Gast bei uns

Ende Juni gab es einen Thementag auf dem Radiosender WDR5 zum Thema Lehrstellen und Ausbildung 2015. Für die Sendung „Neugier genügt” wurden unser Geschäftsführer Günter HInz und unser Auszubildender Daniel Krings interviewt.

Die duale Ausbildung ist eine Erfolgsgeschichte, die sich viele andere Länder von Deutschland abgeschaut haben. Sie ist die Grundlage für den starken deutschen Mittelstand, der durch die dreijährige Ausbildung in relativ kurzer Zeit auf gut ausgebildete Mitarbeiter mit einem fundierten Wissen aus Theorie und Praxis zurückgreifen kann. Wir bilden seit Gründung unserer Firma junge Menschen aus und können somit auf fast 70 Jahre Erfahrung in dem Bereich zurückblicken. Schön, wenn man diese Erfahrung dann auch weitergeben kann. Hier ist der Link zu dem WDR5-Beitrag, der am 24. Juni 2015 gesendet wurde: 

 

22.01.2015  ·  Ausbildung
Pressegespräch im Hause Hinz

Agentur für Arbeit, Handwerkskammer zu Köln und Industrie- und Handelskammer präsentierten Ausbildungsbilanz 2014: Am 30.10.2014 fand in den Räumen der Firma Helmut Hinz das Pressegespräch von Arbeitsagentur, Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer über die Ausbildungsbilanz statt. Dass Angebot und Nachfrage nicht immer optimal zusammenfinden, zeigt sich auch in diesem Jahr auf dem Ausbildungsmarkt in Köln und der Region.

So blieben 363 Stellen unbesetzt, während 227 junge Menschen noch eine Lehrstelle suchten. Die Anforderungen beider Seiten klaffen auseinander. Die Betriebe suchen hochmotivierte gute Kandidaten, die sich aber oft für eine weiterführende Schule oder ein Studium entscheiden. Die Einschätzung der Arbeitsagentur, dass die Duale Ausbildung im Wandel ist, teilt auch die IHK Köln. Auch dort verringerte sich die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse. Bei der Kölner Handwerksammer blieben die Zahlen der abgeschlossenen Azubi-Verträge auf dem Stand des Vorjahres.

Quelle: SHK Informationen 12/2014

05.12.2014  ·  Ausbildung
Viele Bewerber – schwierige Stellenbesetzung

Zu Gast beim Kölner Sanitär Heizung Klima Fachbetrieb Helmut Hinz: Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer und Arbeitsagentur ziehen Bilanz auf dem Kölner Ausbildungsmarkt 2014 Dipl.-Ing. Günter Hinz führt den 1949 gegründeten Sanitär-Heizung-Klima-Betrieb in Köln Klettenberg seit 1990 in der zweiten Generation. Rund 45 Mitarbeiter hat das Unternehmen, darunter neun Auszubildende. Im letzten Jahr wurde der Handwerksbetrieb von der Kreishandwerkerschaft Köln und dem Verein Köln plus Partner zum „Handwerker des Jahres 2013" gekürt.
 

Zwei bis drei Auszubildende stellt das Unternehmen jedes Jahr ein und bildet sie zum Anlagenmechaniker Heizung Sanitär Klima aus. Lukas Senkowski ist einer von ihnen. Nach dem Abitur war er für ein Kurzpraktikum bei Hinz. Es habe ihm gut gefallen, betont er, besonders das Betriebsklima. Darum hat der sympathische junge Mann die Chance zur Ausbildung ergriffen. Mehr als 50 Bewerbungen erhält der Handwerksbetrieb jedes Jahr. Und wie wird ein geeigneter Bewerber ausgewählt? „Noten sind nicht alles", betont der Betriebsinhaber. „Die Motivation für den Beruf des Anlagenbauers muss stimmen, der Bewerber muss sich bewusst für diesen Beruf entscheiden, dann bleibt er auch über die Ausbildungszeit hinaus bei der Stange." Da der Betrieb im Bestandsbereich sehr aktiv ist, werden soziale Kompetenzen wie Auftreten, Höflichkeit und Freundlichkeit des Bewerbers ebenfalls hoch eingestuft. Hinz: „Wir merken seit geraumer Zeit, wie schwierig es ist, qualifizierte Anlagenmechaniker zu bekommen. Deshalb möchten wir, dass gute Kräfte langfristig bei uns bleiben und bereiten sie deshalb schon nach zwei Jahren Ausbildung Schritt für Schritt auf die Gesellenzeit in unserem Unternehmen vor", sagt Günter Hinz, Karriereperspektiven inklusive.

„Es bleibt schwierig, Betriebe und Jugendliche zusammen zu bringen", beschreibt Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. „Anforderungen der Betriebe und Wünsche der Jugendlichen klaffen auseinander. Die Betriebe möchten hoch motivierte, gute und auch mal mittelgute Kandidaten einstellen. Die gehen aber lieber weiter zur weiterführenden Schule oder auch zur Hochschule. Und wenn sie eine betriebliche Ausbildung absolvieren wollen, haben sie oftmals Wünsche, die mit dem Stellenangebot nicht übereinstimmen."

Die Agentur für Arbeit Köln verzeichnete zum Stichtag 30. September 2014 nahezu die Vorjahreswerte: 6.336 gemeldete Ausbildungsstellen, 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Dem standen 5.940 Bewerber gegenüber, 0,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Agenturchefin appelliert an alle Beteiligten - Eltern, Schulen, Kammern und Betriebe - sich intensiver in die Berufsfindung junger Menschen einzubringen. Kurzpraktika seien die beste Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen über einen Beruf mit der Wirklichkeit abzugleichen und ganz konkret Arbeitsabläufe zu erleben. Dadurch verringere sich auch die Gefahr eines Ausbildungsabbruchs. „Deshalb ist die sorgfältige Wahl des Ausbildungsplatzes enorm wichtig. Das funktioniert nur auf der Grundlage einer guten und altersgemäßen Berufsorientierung", erklärt die Agenturchefin.

Auch Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, sprach sich für eine Verbesserung der Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen aus. Nachholbedarf gebe es zum Beispiel bei den Gymnasien. Die Handwerkskammer rufe ihre Mitgliedsbetriebe auf, möglichst viele Schuppertage (Berufsfelderkundigungen) und Schülerpraktika anzubieten. Die NRW-Handwerkskammern haben dazu eine kleine Broschüre mit dem Titel „Berufsfelderkundung" herausgegeben, mit Tipps für eine nachhaltige Nachwuchswerbung. Das Land, aber auch die Kommunen seien gefordert, die Attraktivität der dualen Berufsausbildung in den Schulen stärker hervorzuheben. „Es kann nicht länger hingenommen werden, dass ausbildungsreife Jugendliche, anstatt eine betriebliche Ausbildung zu beginnen, klassenweise die Oberstufe einer Gesamtschule oder eines Gymnasiums oder einen weiterführenden Bildungsgang im Berufskolleg absolvieren", kritisiert Eickhoff.

Im abgelaufenen Ausbildungsjahr hat die Handwerkskammer in der Stadt Köln 1.870 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Ein Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich, da die Statistiken der Kammer zum Jahresbeginn 2014 umgestellt worden sind. Dadurch soll die Abgrenzung zwischen Stadtgebiet und Umland exakter möglich werden. Im abgelaufenen Ausbildungsjahr wurden im gesamten Kammergebiet 5.495 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Erfreulich sei auch der Zuwachs bei den Auszubildenden mit Abitur. Er stieg von 8,5 Prozent in 2011 auf 15,8 Prozent in 2013, so Eickhoff.

„In der dualen Berufsausbildung wird ein tiefgreifender Wandel spürbar", kommentierte Gregor Berghausen, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln, die aktuellen Ausbildungszahlen. Im Stadtgebiet Köln reduzierte sich die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse auf dem Niveau des gesamten IHK-Bezirks um 3,75 Prozent auf 4.296. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist da, werde von den Jugendlichen aber nicht wahrgenommen. „Attraktive Ausbildungsplätze blieben unbesetzt. Das ist ein Alarmsignal", warnte Berghausen. Offensichtlich seien junge Menschen von der Attraktivität der Berufsausbildung nicht genügend überzeugt. Zudem steige die Anzahl der Jugendlichen mit Hochschulzugangsberechtigung auch in der Region Köln von Jahr zu Jahr. Viele Jugendliche wählten wohl zunächst den Weg zum Studium auf „gut Glück".

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) meldet für den gleichen Zeitraum auf Bundesebene den Eintrag von 128.498 neuen Ausbildungsverträgen und damit 2.123 bzw. 1,6 Prozent weniger als 2013.

© Manfred Roy

Quelle: Handwerk aktiv, Dezember 2014

10.11.2014  ·  Ausbildung
Alarmsignal bei den Azubis

IHK, Handwerkskammer und Arbeitsagentur stellen Bilanz vor: Die rote Fassade sticht freundlich aus den Einheitsfarben der Nachbarhäuser hervor. Die Internetseite hat eine überaus moderne Anmutung. Und auch im sozialen Netzwerk Facebook hat die Helmut Hinz GmbH, ein Fachbetrieb für Sanitär- und Heizungstechnik, einen attraktiven Auftritt. Das alles ist weit entfernt von dem Klischee eines unattraktiven Installateurbetriebs mit Hinterhof-Werkstatt.

Das sind sicherlich Gründe dafür, dass sich junge Menschen für eine Ausbildung in dem Kölner Unternehmen am Sülzgürtel interessieren. „Wir hatten über 50 Bewerbungen für die zwei bis drei Ausbildungsstellen“, sagt Geschäftsführer Günter Hinz. Eine nicht ganz typische Situation für die Betriebe, wie die Vorstellung der Jahresbilanz auf dem Kölner Ausbildungsmarkt in den Räumen der Hinz GmbH verdeutlichte. 

„Es ist und bleibt schwierig, Betriebe und Jugendliche zusammenzubringen“, sagt Roswitha Stock, Leiterin der Agentur für Arbeit Köln. 6336 gemeldete Ausbildungsstellen hat die Agentur verzeichnet, lediglich 204 Stellen weniger als im Vorjahr. Dagegen standen 5940 registrierte Bewerber (50 weniger als im Vorjahr). Noch seien 227 Bewerber unversorgt und 353 Stellen unbesetzt, sagt Stock. Doch es sei oftmals schwierig, die Anforderungen der Betriebe an die Bewerber und die Wünsche der Jugendlichen in Einklang zu bringen.

Für die Handwerkskammer zu Köln zog der stellvertretende Geschäftsführer Dr. Markus Eickhoff Bilanz. Mit 5495 neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen verzeichnete die Kammer lediglich acht Verträge weniger als im vorangegangenen Berufsberatungsjahr. „Dass die Ausbildungszahlen des Handwerks im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert sind, ist bereits ein gutes Ergebnis“, sagt Eickhoff.

Wenig zufrieden ist Gregor Berghausen, IHK-Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung. In Köln habe sich die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse um 192 auf 4296 reduziert. „Attraktive Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Das ist ein Alarmsignal“, sagt Berghausen. IHK, Handwerkskammer und Agentur für Arbeit sind sich daher einig, dass verstärkt in die Berufsorientierung investiert werden müsse.

Von Roland Larmann

Quelle: Kölnische Rundschau vom 31.10.2014

07.11.2014  ·  Ausbildung
Jahresbilanz Kölner Ausbildungsmarkt: rückläufige Zahlen – unbesetzte Stellen

Kölner Jobcenter, Handwerkskammer und IHK zogen heute Bilanz zum Kölner Lehrstellenmarkt 2013/14. Die Gesamtzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge insgesamt liegt mit 6.336 etwa 3,1 Prozent unter Vorjahresniveau, nur etwa ein Fünftel aller Kölner Betriebe bildet aus, dennoch blieben im Ausbildungsjahr 2014/15 rund 353 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt.

Insgesamt hatten sich 5.940 Personen auf eine Ausbildungsstelle beworben – ein Rückgang von 0,8 Prozent.

Unter 20 Prozent der Kölner Betriebe bildeten aus, so Roswitha Stock, Leiterin der Agentur für Arbeit Köln. Mit liege man deutlich unter dem Landesschnitt von 24 Prozent. Auch die Relation der Azubis zu der Gesamtanzahl aller Werktätigenin Köln bleibe mit 4,6 Prozent weit hinter dem NRW-Schnitt von 5,9 Prozent zurück. Die Anzahl der unbesetzt gebliebenen Stellen erklärt sich Stock damit, dass die Anforderungen der Ausbildungsbetriebe an die Azubis, sowie die Wünsche dieser an ihren Beruf oft nicht zusammenpassten. Außerdem seien viele Schulabgänger nicht ausreichend über die Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten informiert.

IHK mit rückläufigen Zahlen im kaufmännischen Bereich

Bei der Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK) werden für das laufende Ausbildungsjahr rund 4.296 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Kölner Stadtgebiet gezählt, was einen Rückgang von 3,75 Prozent oder 192 Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Blieben die Zahlen bei den Ausbildungsberufen in der Industrie weitestgehend stabil ( acht Stellen weniger als im Vorjahr) so verzeichnete die IHK im als traditionell attraktiver angesehenen kaufmännischen Bereich mit 4,8 Prozent weniger abgeschlossenen Ausbildungsverträgen deutlich rückläufige Zahlen, so Gregor Berghausen, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK Köln.

1.870 Ausbildungsverträge im Kölner Handwerk

Die Handwerksunternehmen im Kölner Stadtgebiet schlossen  im Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014 insgesamt 1.870 Ausbildungsverträge neu ab,  Ein Vorjahresvergleich sei in diesem Jahr nicht möglich, so Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, man habe die Statistiken zum Jahresbeginn 2014 umgestellt. In Köln seien im oben genannten Zeitraum insgesamt 63 Azubi-Stellen unbesetzt geblieben. Eickhoff geht von einer wesentlich höheren Dunkelziffer nicht gemeldeter frei gebliebener Ausbildungsstellen aus. Für seinen zuständigen Bezirk schätzt er die Zahl auf rund 500.

Duale Ausbildung als gleichrangigen Karriereweg begreifen

Sowohl Jobcenter als auch beide Kammern appellieren an die Eltern, sich mit der Berufsorientierung Zeit zu nehmen und auch die Duale Ausbildung als vollwertige Alternative zum Hochschulstudium zu begreifen und in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen. Eltern müssten ihren Kindern aufzeigen, dass es sich bei der Dualen Ausbildung mit ihren weiteren Aufstiegsmöglichkeiten um einen gleichrangigen Karriereweg im Vergleich zum Hochschulstudium handele, so Berghausen.  Angesichts rückläufiger Schulabgängerzahlen und einer Abiturientenquote von rund 57 Prozent entschieden sich viele Schulabgänger direkt für den Weg an die Hochschule, so Berghausen. Erst, wenn es mit dem Studium nicht mehr funktionierte, zögen einige eine Ausbildung in Betracht. Gleichzeitig liege der Akademiker-Anteil im Land bei 16 Prozent, so Berghausen. Ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung arbeite also in Berufen, die auf  dem Dualem Ausbildungsweg zu erreichen seien. Stock, Berghausen und Eickhoff legen Eltern nahe, ihre Kinder zu motiveren, durch Schülerpraktika in mehrere, verschiedenartige Berufsfelder hinein zu schnuppern.

Engpässe in bestimmten Gewerken

Vor allem Handwerksbetriebe der Gewerke Heizung, Sanitär- und Klimatechnik hätten es schwer, Nachwuchs zu finden, so Eickhoff. Eine Ausnahme bildet hier die Helmut Hinz GmbH in Köln-Sülz. Dort absolvieren derzeit neun Azubis im Berufsfeld Anlagenmechaniker – Sanitär-/Heizung-Klimatechnik eine Ausbildung, jeweils drei je Ausbildungsjahr. Rund 50 Bewerbungen habe er für das laufende Ausbildungsjahr erhalten, so Inhaber Günter Hinz. Die drei Azubis, die die Stelle erhielten, hatten bereits zuvor ein Praktikum erfolgreich absolviert, haben Handwerker im Freundeskreis oder stammen selbst aus einer Handwerkerfamilie.

Zentrales Auswahlkriterium ist für ihn das Interesse der Bewerber am Beruf: „Ich achte darauf, dass der Bewerber sich bewusst dafür entscheidet, den Beruf Anlagenmechaniker zu erlernen. Ist die Motivation hoch, bleibt ein junger Mensch während der dreieinhalb Jahre Ausbildung und darüber hinaus bei der Stange.“, so Hinz.  Höflichkeit und Teamfähigkeit seien auch ein wichtiges Kriterium, da seine Mitarbeiter fast immer im direkten Kundenkontakt stünden. „Wir merken momentan sehr stark, wie schwierig es ist, qualifizierte Anlagenmechaniker zu bekommen.“, so Hinz weiter. Deshalb versuche sein Unternehmen, gute Kräfte langfristig an sich zu binden.

Die Helmut Hinz GmbH & Co. wurde Anfang dieses Jahres von der Handwerkskammer zu Köln zum Handwerker des Jahres 2013 gekürt. Der Betrieb beschäftigt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende.

Gewerkschaft NGG: 2.217 Ausbidlungsabbrüche in Köln

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beklagt eine zu hohe Zahl von Ausbildungsabbrechern in Köln. Nach Angaben der NGG haben im vergangenen Jahr insgesamt 2.217 Auszubildende ihre Lehre vorzeitig beendet. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW), die der NGG für Köln vorliegen. Danach liegt die aktuelle Abbrecherquote bei rund 25 Prozent. „Wenn in Köln jeder vierte Jugendliche im letzten Jahr seine Lehre abgebrochen hat, ist das ein Problem – insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels“, so Ernst Busch, Geschäftsführer der NGG-Region Köln. In der Köln Gastronomie hätten letztes Jahr insgesamt 258 Jugendliche ihre Lehre abgebrochen.

Die Gründe für Ausbildungsabbrüche sind laut Busch vielfältig: „Arbeitgeber schieben den schwarzen Peter gern pauschal den Jugendlichen und ihrer angeblich mangelnden Ausbildungsreife zu. Damit machen es sich Chefs aber viel zu einfach. Natürlich gibt es leistungsschwächere Schüler. Aber genauso gibt es Betriebe, denen selbst die nötige ‚Ausbildungsreife‘ fehlt, weil den Jugendlichen einfach zu wenig vermittelt wird.“

Damit die Lehre weder für Jugendliche noch für Chefs zum Frustfaktor werde, suche die NGG in Nordrhein-Westfalen in der Gastro-Branche gemeinsam mit den Arbeitgebern nach Möglichkeiten, wie die Attraktivität der Ausbildung erhöht werden kann. "Dass hier etwas für die Ausbildung getan werden muss, haben viele Arbeitgeber in der Branche mittlerweile verstanden. Und mit denen ziehen wir jetzt an einem Strang“, so Busch.

Von Daniel Deininger,  www.report-k.de

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