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MEDIENSPIEGEL



14.06.2017  ·  Ausbildung
Werbung für das Handwerk

Auszubildende vermittelten Schülern die Zukunftschancen ihrer Berufe. Auch unser Auszubildender Leo Meurer war als „Ausbildungsbotschafter" dabei.

RHEIN-BERG. Einen Fahrsimulator steuern, Buchstaben beim Gefrieren zuschauen oder einem Vortrag über den Ausbildungsberuf des Konditors lauschen: Den rund 1200 Schülerinnen und Schülern in den Räumen der Nelson-Mandela-Gesamtschule wurde einiges geboten.

Einen Tag der Studienorientierung bietet der Rheinisch-Bergische Kreis bereits regelmäßig an, doch nun „wird der Schwerpunkt auf die duale Ausbildung gelegt“, wie Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke darstellte. Im Zuge einer solchen Ausbildung verbringen die Auszubildenden einen Teil der Zeit praktisch arbeitend im Betrieb und einen anderen in der Berufsschule.

„Schon seit Jahren gibt es immer mehr unbesetzte Ausbildungsstellen, gerade in handwerklichen Betrieben“, ergänzte Dr. Markus Eickhoff von der Handwerkskammer zu Köln. 1100 freie Stellen seien es Anfang des Jahres gewesen. Man müsse den Jugendlichen klar aufzeigen, wie vielfältig die Perspektiven sein können, sagte Eickhoff. „Es besteht definitiv ein Informationsdefizit.“

Genau dort setzen die Initiatoren mit dem Tag der dualen Ausbildung den Hebel an. Ein wichtiger Faktor sind sogenannte Ausbildungsbotschafter. Das sind Auszubildende oder ehemalige Auszubildende, die von ihren Betrieben freigestellt werden, um im Auftrag der jeweiligen Kammern an Schulen zu referieren: über ihren Beruf, ihren Werdegang und über eine mögliche Zukunft.

Seit ein bis zwei Jahren gebe es dieses Projekt, verrät Christopher Meier von der Industrie- und Handelskammer Köln (IHK). Nun konnte es in Zusammenarbeit mit dem Kreis, der Kreishandwerkerschaft, der Handwerkskammer, der Bezirksregierung Köln und der Nelson-Mandela-Schule zentriert werden.

70 Ausbildungsbotschafter aus 52 Berufen hielten Vorträge. Die Schülerinnen und Schüler von 16 Gesamt-, Real-, und Hauptschulen konnten sich im Vorfeld online anmelden. „So konnte sich jeder Teilnehmer das Interessanteste aussuchen“, erzählte Torsten Schmitt vom Kreis – vom Sportund Fitnesskaufmann über Kfz-Mechatroniker oder auch exotische Ausbildungsberufe wie Lacklaborant oder Zerspanungsmechaniker. Zudem waren drei Praxisstationen aufgebaut, an denen sich Teilnehmer ausprobieren konnten.

„Sehr aufschlussreich und interessant. Ich habe einige neue Anregungen erfahren“, sagte Schülerin Nadine Pischel begeistert. Gefällt den Schülerinnen und Schülern ein Vortrag oder ein Beruf, können sie bei den Referenten  sofort einen Kontakt zur Personalabteilung der Betriebe erhalten. „Die duale Ausbildung ist eine tolle Möglichkeit für alle Jugendlichen, früher arbeiten zu gehen und Geld zu verdienen“, betonte Alexander  Schiele, Pressesprecher des Kreises.

Die IHK arbeite momentan außerdem an einem neuen Projekt, dem sogenannten Berufsabitur. „So können Jugendliche nach dem Realschulabschluss neben einer  Berufsausbildung auch ihr Abitur machen“, erläuterte Markus Eickhoff. Ein Pilotprojekt ist in Bonn bereits gestartet.

Quelle: Bergische Landeszeitung 06/04/2017, S. 36

28.09.2016  ·  Ausbildung
Wer in Köln am besten ausbildet

Köln/Bonn – Rund 5.000 Handwerksbetriebe in der Region Köln/Bonn bilden aus. Doch wer macht seinen Job am besten? Im Rheinenergie-Stadion hat jetzt die Kölner Handwerkskammer die besten Firmen ausgezeichnet.

Als „Top-Ausbildungsbetriebe“ 2016 konnten die Konditorei „TörtchenTörtchen“ aus der Neusser Straße, die Installateur- und Heizungsbaufirma Helmut Hinz aus Sülz und der Goldschmiedebetrieb Bernd Drösser aus Leverkusen die Trophäen abräumen. Handwerkskammer-Präsident Hans Peter Wollseifer wies auf die Nachwuchssorgen hin: „Mehr und mehr Betriebe können gar keine Auszubildenden finden. Viele Jugendliche streben ein Hochschulstudium an.“ Doch die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu werden, sei für Handwerksmeister niedriger als für Akademiker, betonte Wollseifer. Der Installateurbetrieb Hinz (neun Azubis) wurde besonders geehrt, weil er auch junge Menschen mit schlechteren Startchancen einstellt. So fand dort ein Flüchtling aus Afrika einen Praktikumsplatz.

Quelle: Express - 28.09.2016, S. 22

20.08.2015  ·  Ausbildung
Hinz unterstützt europäisches Förderprogramm gegen Jugendarbeitslosigkeit

Für eine Ausbildung die Heimat verlassen Nach vielen erfolglosen Bewerbungen und einigen Gelegenheitsjobs stand die Entscheidung für Rafael Gallego Carrasco fest. Der junge Spanier, der gerade sein Abitur in der Nähe von Barcelona gemacht hatte, sah in seiner Heimat keine berufliche Perspektive mehr. „Mir wurde klar, dass ich mein Land verlassen muss – zumindest für eine bestimmte Zeit“, sagt der 21-Jährige.
 

Spanien hat in Folge der EU-Schuldenkrise mit 53 Prozent die höchste Jugendarbeitslosigkeit in ganz Europa, gefolgt von Griechenland. In Deutschland liegt sie gerade mal bei 7,5 Prozent – dem besten Wert in der gesamten EU. „Ich hatte gehört, dass es hier ein sehr gutes Ausbildungssystem gibt und genug Jobs“, sagt Carrasco. Über das Internet stieß er auf ein Förderprogramm des Bundesarbeitsministeriums, das die berufliche Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa fördern soll. In Deutschland erhofft man sich davon vor allem künftige Fachkräfte.

Carrasco machte Aufnahmetests, besucht in Barcelona Deutschkurse und kam schließlich mit einer Gruppe von 13 Landsleuten nach Köln, wo er von der Handwerkskammer an den Installationsbetrieb Helmut Hinz in Sülz vermittelt wurde. Nach einem Praktikum begann er eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Heizungs-, Sanitär- und Klimatechnik. Das ist jetzt ein Jahr und drei Monate her. Der Abschied aus Spanien sei ihm schwergefallen, erzählt Carrasco. Auch sein Bruder hat Spanien den Rücken gekehrt und lebt in Frankreich. „Im Stillen war ich mir aber auch nicht sicher, ob das hier in Deutschland alles so klappt“, räumt Carrasco ein. Die ersten Monate seien mühsam gewesen. „Ich habe kaum etwas verstanden, weder im Betrieb noch im Alltag“, sagt er. Trotzdem habe er sich gut betreut gefühlt, vor allem im Job. „Rafael hat sich vom ersten Tag wunderbar integriert. Das klappt am Anfang auch erst mal ohne Sprache und nur mit Gesten – vor allem, wenn man zusammen feiert“, sagt Janine Zündorf, die die ausländischen Azubis betreut.

Die Firma hat gute Erfahrungen mit Lehrlingen aus dem EU-Ausland. Ein junger Ire, der vor einigen Jahren mit dem gleichen Programm wie Rafael Gallego Carrasco nach Köln gekommen ist, arbeitet bei Hinz mittlerweile als Monteur. „Die Leute verlassen ihre Heimat, um hier zu lernen und zu arbeiten, das ist schon eine sehr starke Motivation“, sagt Zündorf. Carrasco lebt mittlerweile in einer kleinen Wohnung des Firmeneigentümers in Sülz nicht weit von seinem Arbeitsplatz entfernt.  Auch in Köln hat er sich gut eingelebt, im Verein „Casa de España“ spielt er Fußball. „Ich bin glücklich und dankbar, dass ich hier sein kann, und mittlerweile ist es meine Familie in Spanien auch.“ Ob er nach seiner Ausbildung in Deutschland bleibt, weiß er noch nicht. „Das schwankt von Tag zu Tag.“

VON CORINNA SCHULZ

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger – 28.07.2015

16.07.2015  ·  Ausbildung
WDR5 zu Gast bei uns

Ende Juni gab es einen Thementag auf dem Radiosender WDR5 zum Thema Lehrstellen und Ausbildung 2015. Für die Sendung „Neugier genügt” wurden unser Geschäftsführer Günter HInz und unser Auszubildender Daniel Krings interviewt.

Die duale Ausbildung ist eine Erfolgsgeschichte, die sich viele andere Länder von Deutschland abgeschaut haben. Sie ist die Grundlage für den starken deutschen Mittelstand, der durch die dreijährige Ausbildung in relativ kurzer Zeit auf gut ausgebildete Mitarbeiter mit einem fundierten Wissen aus Theorie und Praxis zurückgreifen kann. Wir bilden seit Gründung unserer Firma junge Menschen aus und können somit auf fast 70 Jahre Erfahrung in dem Bereich zurückblicken. Schön, wenn man diese Erfahrung dann auch weitergeben kann. Hier ist der Link zu dem WDR5-Beitrag, der am 24. Juni 2015 gesendet wurde: 

 

22.01.2015  ·  Ausbildung
Pressegespräch im Hause Hinz

Agentur für Arbeit, Handwerkskammer zu Köln und Industrie- und Handelskammer präsentierten Ausbildungsbilanz 2014: Am 30.10.2014 fand in den Räumen der Firma Helmut Hinz das Pressegespräch von Arbeitsagentur, Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer über die Ausbildungsbilanz statt. Dass Angebot und Nachfrage nicht immer optimal zusammenfinden, zeigt sich auch in diesem Jahr auf dem Ausbildungsmarkt in Köln und der Region.

So blieben 363 Stellen unbesetzt, während 227 junge Menschen noch eine Lehrstelle suchten. Die Anforderungen beider Seiten klaffen auseinander. Die Betriebe suchen hochmotivierte gute Kandidaten, die sich aber oft für eine weiterführende Schule oder ein Studium entscheiden. Die Einschätzung der Arbeitsagentur, dass die Duale Ausbildung im Wandel ist, teilt auch die IHK Köln. Auch dort verringerte sich die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse. Bei der Kölner Handwerksammer blieben die Zahlen der abgeschlossenen Azubi-Verträge auf dem Stand des Vorjahres.

Quelle: SHK Informationen 12/2014

05.12.2014  ·  Ausbildung
Viele Bewerber – schwierige Stellenbesetzung

Zu Gast beim Kölner Sanitär Heizung Klima Fachbetrieb Helmut Hinz: Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer und Arbeitsagentur ziehen Bilanz auf dem Kölner Ausbildungsmarkt 2014 Dipl.-Ing. Günter Hinz führt den 1949 gegründeten Sanitär-Heizung-Klima-Betrieb in Köln Klettenberg seit 1990 in der zweiten Generation. Rund 45 Mitarbeiter hat das Unternehmen, darunter neun Auszubildende. Im letzten Jahr wurde der Handwerksbetrieb von der Kreishandwerkerschaft Köln und dem Verein Köln plus Partner zum „Handwerker des Jahres 2013" gekürt.
 

Zwei bis drei Auszubildende stellt das Unternehmen jedes Jahr ein und bildet sie zum Anlagenmechaniker Heizung Sanitär Klima aus. Lukas Senkowski ist einer von ihnen. Nach dem Abitur war er für ein Kurzpraktikum bei Hinz. Es habe ihm gut gefallen, betont er, besonders das Betriebsklima. Darum hat der sympathische junge Mann die Chance zur Ausbildung ergriffen. Mehr als 50 Bewerbungen erhält der Handwerksbetrieb jedes Jahr. Und wie wird ein geeigneter Bewerber ausgewählt? „Noten sind nicht alles", betont der Betriebsinhaber. „Die Motivation für den Beruf des Anlagenbauers muss stimmen, der Bewerber muss sich bewusst für diesen Beruf entscheiden, dann bleibt er auch über die Ausbildungszeit hinaus bei der Stange." Da der Betrieb im Bestandsbereich sehr aktiv ist, werden soziale Kompetenzen wie Auftreten, Höflichkeit und Freundlichkeit des Bewerbers ebenfalls hoch eingestuft. Hinz: „Wir merken seit geraumer Zeit, wie schwierig es ist, qualifizierte Anlagenmechaniker zu bekommen. Deshalb möchten wir, dass gute Kräfte langfristig bei uns bleiben und bereiten sie deshalb schon nach zwei Jahren Ausbildung Schritt für Schritt auf die Gesellenzeit in unserem Unternehmen vor", sagt Günter Hinz, Karriereperspektiven inklusive.

„Es bleibt schwierig, Betriebe und Jugendliche zusammen zu bringen", beschreibt Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln, die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. „Anforderungen der Betriebe und Wünsche der Jugendlichen klaffen auseinander. Die Betriebe möchten hoch motivierte, gute und auch mal mittelgute Kandidaten einstellen. Die gehen aber lieber weiter zur weiterführenden Schule oder auch zur Hochschule. Und wenn sie eine betriebliche Ausbildung absolvieren wollen, haben sie oftmals Wünsche, die mit dem Stellenangebot nicht übereinstimmen."

Die Agentur für Arbeit Köln verzeichnete zum Stichtag 30. September 2014 nahezu die Vorjahreswerte: 6.336 gemeldete Ausbildungsstellen, 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Dem standen 5.940 Bewerber gegenüber, 0,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Die Agenturchefin appelliert an alle Beteiligten - Eltern, Schulen, Kammern und Betriebe - sich intensiver in die Berufsfindung junger Menschen einzubringen. Kurzpraktika seien die beste Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen über einen Beruf mit der Wirklichkeit abzugleichen und ganz konkret Arbeitsabläufe zu erleben. Dadurch verringere sich auch die Gefahr eines Ausbildungsabbruchs. „Deshalb ist die sorgfältige Wahl des Ausbildungsplatzes enorm wichtig. Das funktioniert nur auf der Grundlage einer guten und altersgemäßen Berufsorientierung", erklärt die Agenturchefin.

Auch Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, sprach sich für eine Verbesserung der Berufsorientierung an allen allgemeinbildenden Schulen aus. Nachholbedarf gebe es zum Beispiel bei den Gymnasien. Die Handwerkskammer rufe ihre Mitgliedsbetriebe auf, möglichst viele Schuppertage (Berufsfelderkundigungen) und Schülerpraktika anzubieten. Die NRW-Handwerkskammern haben dazu eine kleine Broschüre mit dem Titel „Berufsfelderkundung" herausgegeben, mit Tipps für eine nachhaltige Nachwuchswerbung. Das Land, aber auch die Kommunen seien gefordert, die Attraktivität der dualen Berufsausbildung in den Schulen stärker hervorzuheben. „Es kann nicht länger hingenommen werden, dass ausbildungsreife Jugendliche, anstatt eine betriebliche Ausbildung zu beginnen, klassenweise die Oberstufe einer Gesamtschule oder eines Gymnasiums oder einen weiterführenden Bildungsgang im Berufskolleg absolvieren", kritisiert Eickhoff.

Im abgelaufenen Ausbildungsjahr hat die Handwerkskammer in der Stadt Köln 1.870 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Ein Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich, da die Statistiken der Kammer zum Jahresbeginn 2014 umgestellt worden sind. Dadurch soll die Abgrenzung zwischen Stadtgebiet und Umland exakter möglich werden. Im abgelaufenen Ausbildungsjahr wurden im gesamten Kammergebiet 5.495 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Erfreulich sei auch der Zuwachs bei den Auszubildenden mit Abitur. Er stieg von 8,5 Prozent in 2011 auf 15,8 Prozent in 2013, so Eickhoff.

„In der dualen Berufsausbildung wird ein tiefgreifender Wandel spürbar", kommentierte Gregor Berghausen, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln, die aktuellen Ausbildungszahlen. Im Stadtgebiet Köln reduzierte sich die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse auf dem Niveau des gesamten IHK-Bezirks um 3,75 Prozent auf 4.296. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist da, werde von den Jugendlichen aber nicht wahrgenommen. „Attraktive Ausbildungsplätze blieben unbesetzt. Das ist ein Alarmsignal", warnte Berghausen. Offensichtlich seien junge Menschen von der Attraktivität der Berufsausbildung nicht genügend überzeugt. Zudem steige die Anzahl der Jugendlichen mit Hochschulzugangsberechtigung auch in der Region Köln von Jahr zu Jahr. Viele Jugendliche wählten wohl zunächst den Weg zum Studium auf „gut Glück".

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) meldet für den gleichen Zeitraum auf Bundesebene den Eintrag von 128.498 neuen Ausbildungsverträgen und damit 2.123 bzw. 1,6 Prozent weniger als 2013.

© Manfred Roy

Quelle: Handwerk aktiv, Dezember 2014

10.11.2014  ·  Ausbildung
Alarmsignal bei den Azubis

IHK, Handwerkskammer und Arbeitsagentur stellen Bilanz vor: Die rote Fassade sticht freundlich aus den Einheitsfarben der Nachbarhäuser hervor. Die Internetseite hat eine überaus moderne Anmutung. Und auch im sozialen Netzwerk Facebook hat die Helmut Hinz GmbH, ein Fachbetrieb für Sanitär- und Heizungstechnik, einen attraktiven Auftritt. Das alles ist weit entfernt von dem Klischee eines unattraktiven Installateurbetriebs mit Hinterhof-Werkstatt.

Das sind sicherlich Gründe dafür, dass sich junge Menschen für eine Ausbildung in dem Kölner Unternehmen am Sülzgürtel interessieren. „Wir hatten über 50 Bewerbungen für die zwei bis drei Ausbildungsstellen“, sagt Geschäftsführer Günter Hinz. Eine nicht ganz typische Situation für die Betriebe, wie die Vorstellung der Jahresbilanz auf dem Kölner Ausbildungsmarkt in den Räumen der Hinz GmbH verdeutlichte. 

„Es ist und bleibt schwierig, Betriebe und Jugendliche zusammenzubringen“, sagt Roswitha Stock, Leiterin der Agentur für Arbeit Köln. 6336 gemeldete Ausbildungsstellen hat die Agentur verzeichnet, lediglich 204 Stellen weniger als im Vorjahr. Dagegen standen 5940 registrierte Bewerber (50 weniger als im Vorjahr). Noch seien 227 Bewerber unversorgt und 353 Stellen unbesetzt, sagt Stock. Doch es sei oftmals schwierig, die Anforderungen der Betriebe an die Bewerber und die Wünsche der Jugendlichen in Einklang zu bringen.

Für die Handwerkskammer zu Köln zog der stellvertretende Geschäftsführer Dr. Markus Eickhoff Bilanz. Mit 5495 neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen verzeichnete die Kammer lediglich acht Verträge weniger als im vorangegangenen Berufsberatungsjahr. „Dass die Ausbildungszahlen des Handwerks im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert sind, ist bereits ein gutes Ergebnis“, sagt Eickhoff.

Wenig zufrieden ist Gregor Berghausen, IHK-Geschäftsführer für Aus- und Weiterbildung. In Köln habe sich die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse um 192 auf 4296 reduziert. „Attraktive Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Das ist ein Alarmsignal“, sagt Berghausen. IHK, Handwerkskammer und Agentur für Arbeit sind sich daher einig, dass verstärkt in die Berufsorientierung investiert werden müsse.

Von Roland Larmann

Quelle: Kölnische Rundschau vom 31.10.2014

07.11.2014  ·  Ausbildung
Jahresbilanz Kölner Ausbildungsmarkt: rückläufige Zahlen – unbesetzte Stellen

Kölner Jobcenter, Handwerkskammer und IHK zogen heute Bilanz zum Kölner Lehrstellenmarkt 2013/14. Die Gesamtzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge insgesamt liegt mit 6.336 etwa 3,1 Prozent unter Vorjahresniveau, nur etwa ein Fünftel aller Kölner Betriebe bildet aus, dennoch blieben im Ausbildungsjahr 2014/15 rund 353 gemeldete Ausbildungsstellen unbesetzt.

Insgesamt hatten sich 5.940 Personen auf eine Ausbildungsstelle beworben – ein Rückgang von 0,8 Prozent.

Unter 20 Prozent der Kölner Betriebe bildeten aus, so Roswitha Stock, Leiterin der Agentur für Arbeit Köln. Mit liege man deutlich unter dem Landesschnitt von 24 Prozent. Auch die Relation der Azubis zu der Gesamtanzahl aller Werktätigenin Köln bleibe mit 4,6 Prozent weit hinter dem NRW-Schnitt von 5,9 Prozent zurück. Die Anzahl der unbesetzt gebliebenen Stellen erklärt sich Stock damit, dass die Anforderungen der Ausbildungsbetriebe an die Azubis, sowie die Wünsche dieser an ihren Beruf oft nicht zusammenpassten. Außerdem seien viele Schulabgänger nicht ausreichend über die Vielzahl an Ausbildungsmöglichkeiten informiert.

IHK mit rückläufigen Zahlen im kaufmännischen Bereich

Bei der Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK) werden für das laufende Ausbildungsjahr rund 4.296 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Kölner Stadtgebiet gezählt, was einen Rückgang von 3,75 Prozent oder 192 Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Blieben die Zahlen bei den Ausbildungsberufen in der Industrie weitestgehend stabil ( acht Stellen weniger als im Vorjahr) so verzeichnete die IHK im als traditionell attraktiver angesehenen kaufmännischen Bereich mit 4,8 Prozent weniger abgeschlossenen Ausbildungsverträgen deutlich rückläufige Zahlen, so Gregor Berghausen, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK Köln.

1.870 Ausbildungsverträge im Kölner Handwerk

Die Handwerksunternehmen im Kölner Stadtgebiet schlossen  im Zeitraum vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014 insgesamt 1.870 Ausbildungsverträge neu ab,  Ein Vorjahresvergleich sei in diesem Jahr nicht möglich, so Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, man habe die Statistiken zum Jahresbeginn 2014 umgestellt. In Köln seien im oben genannten Zeitraum insgesamt 63 Azubi-Stellen unbesetzt geblieben. Eickhoff geht von einer wesentlich höheren Dunkelziffer nicht gemeldeter frei gebliebener Ausbildungsstellen aus. Für seinen zuständigen Bezirk schätzt er die Zahl auf rund 500.

Duale Ausbildung als gleichrangigen Karriereweg begreifen

Sowohl Jobcenter als auch beide Kammern appellieren an die Eltern, sich mit der Berufsorientierung Zeit zu nehmen und auch die Duale Ausbildung als vollwertige Alternative zum Hochschulstudium zu begreifen und in den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen. Eltern müssten ihren Kindern aufzeigen, dass es sich bei der Dualen Ausbildung mit ihren weiteren Aufstiegsmöglichkeiten um einen gleichrangigen Karriereweg im Vergleich zum Hochschulstudium handele, so Berghausen.  Angesichts rückläufiger Schulabgängerzahlen und einer Abiturientenquote von rund 57 Prozent entschieden sich viele Schulabgänger direkt für den Weg an die Hochschule, so Berghausen. Erst, wenn es mit dem Studium nicht mehr funktionierte, zögen einige eine Ausbildung in Betracht. Gleichzeitig liege der Akademiker-Anteil im Land bei 16 Prozent, so Berghausen. Ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung arbeite also in Berufen, die auf  dem Dualem Ausbildungsweg zu erreichen seien. Stock, Berghausen und Eickhoff legen Eltern nahe, ihre Kinder zu motiveren, durch Schülerpraktika in mehrere, verschiedenartige Berufsfelder hinein zu schnuppern.

Engpässe in bestimmten Gewerken

Vor allem Handwerksbetriebe der Gewerke Heizung, Sanitär- und Klimatechnik hätten es schwer, Nachwuchs zu finden, so Eickhoff. Eine Ausnahme bildet hier die Helmut Hinz GmbH in Köln-Sülz. Dort absolvieren derzeit neun Azubis im Berufsfeld Anlagenmechaniker – Sanitär-/Heizung-Klimatechnik eine Ausbildung, jeweils drei je Ausbildungsjahr. Rund 50 Bewerbungen habe er für das laufende Ausbildungsjahr erhalten, so Inhaber Günter Hinz. Die drei Azubis, die die Stelle erhielten, hatten bereits zuvor ein Praktikum erfolgreich absolviert, haben Handwerker im Freundeskreis oder stammen selbst aus einer Handwerkerfamilie.

Zentrales Auswahlkriterium ist für ihn das Interesse der Bewerber am Beruf: „Ich achte darauf, dass der Bewerber sich bewusst dafür entscheidet, den Beruf Anlagenmechaniker zu erlernen. Ist die Motivation hoch, bleibt ein junger Mensch während der dreieinhalb Jahre Ausbildung und darüber hinaus bei der Stange.“, so Hinz.  Höflichkeit und Teamfähigkeit seien auch ein wichtiges Kriterium, da seine Mitarbeiter fast immer im direkten Kundenkontakt stünden. „Wir merken momentan sehr stark, wie schwierig es ist, qualifizierte Anlagenmechaniker zu bekommen.“, so Hinz weiter. Deshalb versuche sein Unternehmen, gute Kräfte langfristig an sich zu binden.

Die Helmut Hinz GmbH & Co. wurde Anfang dieses Jahres von der Handwerkskammer zu Köln zum Handwerker des Jahres 2013 gekürt. Der Betrieb beschäftigt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende.

Gewerkschaft NGG: 2.217 Ausbidlungsabbrüche in Köln

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beklagt eine zu hohe Zahl von Ausbildungsabbrechern in Köln. Nach Angaben der NGG haben im vergangenen Jahr insgesamt 2.217 Auszubildende ihre Lehre vorzeitig beendet. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW), die der NGG für Köln vorliegen. Danach liegt die aktuelle Abbrecherquote bei rund 25 Prozent. „Wenn in Köln jeder vierte Jugendliche im letzten Jahr seine Lehre abgebrochen hat, ist das ein Problem – insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels“, so Ernst Busch, Geschäftsführer der NGG-Region Köln. In der Köln Gastronomie hätten letztes Jahr insgesamt 258 Jugendliche ihre Lehre abgebrochen.

Die Gründe für Ausbildungsabbrüche sind laut Busch vielfältig: „Arbeitgeber schieben den schwarzen Peter gern pauschal den Jugendlichen und ihrer angeblich mangelnden Ausbildungsreife zu. Damit machen es sich Chefs aber viel zu einfach. Natürlich gibt es leistungsschwächere Schüler. Aber genauso gibt es Betriebe, denen selbst die nötige ‚Ausbildungsreife‘ fehlt, weil den Jugendlichen einfach zu wenig vermittelt wird.“

Damit die Lehre weder für Jugendliche noch für Chefs zum Frustfaktor werde, suche die NGG in Nordrhein-Westfalen in der Gastro-Branche gemeinsam mit den Arbeitgebern nach Möglichkeiten, wie die Attraktivität der Ausbildung erhöht werden kann. "Dass hier etwas für die Ausbildung getan werden muss, haben viele Arbeitgeber in der Branche mittlerweile verstanden. Und mit denen ziehen wir jetzt an einem Strang“, so Busch.

Von Daniel Deininger,  www.report-k.de

06.11.2014  ·  Ausbildung
Jahresbilanz auf dem Kölner Ausbildungsmarkt 2013/2014: Hohe Bewerberzahl, schwierige Stellenbesetzung

Gemeinsame Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Köln, der IHK Köln und der Handwerkskammer zu Köln vom 30.10.2014: Die Industrie- und Handelskammer zu Köln, die Handwerkskammer zu Köln und die Agentur für Arbeit Köln ziehen gemeinsam die Bilanz des Ausbildungsstellenmarktes 2013/2014.
Agentur für Arbeit Köln[1]:
  • 6.336 gemeldete Ausbildungsstellen
  • 204 Stellen oder 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr
  • 5.940 Bewerber
  • 50 oder 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr
  • Noch 227 unversorgte Bewerber, 4 oder 1,8 Prozent mehr
  • Noch 353 unbesetzte Stellen, 14 oder 3,7 Prozent weniger
Industrie- und Handelskammer zu Köln:
  • 4.296 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge (Köln)
  • 192 Verträge oder 3,75 Prozent weniger als im Vorjahr
Handwerkskammer zu Köln:
  • 1.870 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge[2] 

Auch im Ausbildungsjahr 2013/14 ist die Zahl der jugendlichen Bewerber und der gemeldeten Ausbildungsstellen hoch: Die Agentur für Arbeit Köln verzeichnete zum Stichtag 30. September 2014 nahezu die Vorjahreswerte. Zugleich blieben fast 400 Ausbildungsstellen unbesetzt, und die Zahl der Bewerber ohne Ausbildungsplatz überschritt leicht den Vorjahreswert.

Die Agentur für Arbeit Köln stellt bei den Bewerbern einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent oder 50 auf 5.940 fest, während die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 204 oder 3,1 Prozent auf 6.336 Stellen sank. Damit kamen auf je 100 Bewerber 112 Stellen. 363 Ausbildungsstellen waren am 30. September unbesetzt, während 227 junge Leute noch einen Platz suchten.

„Es ist und bleibt schwierig, Betriebe und Jugendliche zusammen zu bringen“, sagt Roswitha Stock, Leiterin der Agentur für Arbeit Köln. „Anforderungen der Betriebe und Wünsche der Jugendliche klaffen auseinander. Die Betriebe wollen hoch motivierte, gute und auch mal mittelgute Kandidaten einstellen. Die gehen aber lieber zur weiterführenden Schule oder auch zur Hochschule. Und wenn sie eine betriebliche Ausbildung absolvieren wollen, haben sie oftmals Wünsche, die mit dem Stellenangebot nicht übereinstimmen.“

Nicht nur die Betriebe, auch die Jugendlichen seien wählerisch. „Die jungen Leute sind sich zum Teil sehr bewusst, dass sie begehrt sind“, weiß Roswitha Stock. „Sie suchen den perfekten Weg. Wenn sie sich auf einen Beruf festgelegt haben, sind sie vielfach nicht für Alternativen zu überzeugen.“ Wer beispielsweise Einzelhandelskaufmann werden wolle, begeistere sich oft für ein spezielles Produkt. „Viele Jungs wollen in einem Elektronikfachgeschäft arbeiten, die Mädchen in einer Boutique.“ Für andere Segmente wie etwa den Lebensmittel-Einzelhandel, der viele Ausbildungsplätze anbietet, seien sie nicht offen. Das sei einer der Gründe für die Zahl noch unbesetzter Ausbildungsstellen.

Stock appelliert an die Eltern: “Ermutigen Sie Ihr Kind, verschiedene Berufe in der Praxis zu erleben – auch solche, die nicht die erste Wahl sind.“ Kurzpraktika seien die beste Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen über einen Beruf mit der Wirklichkeit abzugleichen und ganz konkret Arbeitsabläufe zu erleben. Dadurch verringere sich auch die Gefahr eines Ausbildungsabbruchs. „Die Jugendlichen haben heute weniger Hemmungen, ein Ausbildungsverhältnis zu beenden“, so Roswitha Stock. „Deshalb ist die sorgfältige Wahl des Ausbildungsplatzes enorm wichtig. Das funktioniert nur auf der Grundlage einer guten und altersgemäßen Berufsorientierung.“ Das sei aufwändig, koste Familien, Jugendliche und Schulen Kraft, sei aber eine Investition, die sich auszahle.

„In der dualen Berufsausbildung wird ein tiefgreifender Wandel spürbar“, kommentierte Gregor Berghausen, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Köln, die aktuellen Ausbildungszahlen. Im Stadtgebiet Köln reduzierte sich die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse auf dem Niveau des gesamten IHK-Bezirkes um 192 oder 3,75 Prozent auf 4.296. Der Blick hinter die Zahlen zeigt eben diesen Wandel: Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist da, wird von den Jugendlichen aber nicht in vollem Umfang angenommen. „Attraktive Ausbildungsplätze blieben unbesetzt. Das ist ein Alarmsignal“, so Berghausen. 

Bis zuletzt habe man noch um jeden Ausbildungsplatzsuchenden geworben – auch mithilfe von Aktivitäten wie Azubi-Speed-Dating und der Ausbildungs-Hotline, die Impulse in der Last-Minute-Vermittlung gaben. „Aber offensichtlich sind junge Menschen von der Attraktivität der Berufsausbildung nicht genügend überzeugt“, sagte Berghausen. Zudem steige die Anzahl der Jugendlichen mit Hochschulzugangsberechtigung auch in der Region Köln von Jahr zu Jahr. Viele Jugendliche wählten daher zunächst den Weg in ein Studium auf „gut Glück“, so der IHK-Fachmann.

„Aktuell findet die Berufsorientierung in vielen Fällen als „try-and-error-Verfahren“ statt“, so Gregor Berghausen, „damit landen viele Jugendliche in Orientierungsmaßnahmen, die sich am Ende als Warteschleifen entpuppen. Und das in einem Ausbildungsmarkt, in dem rein rechnerisch genügend Ausbildungschancen zur Verfügung stehen.“

Die Zahl der Eintragungen bleibt in den industriell-technischen Ausbildungsverhältnissen zwar auf Vorjahresniveau, jedoch konnten rund 4,8 Prozent weniger kaufmännische Ausbildungsverhältnisse abgeschlossen werden. „Hier wirken sich besonders die Rückgänge in den Ausbildungsbereichen Banken und Versicherungen aus, die besonders im Stadtgebiet konzentriert sind. Gleichermaßen sind viele kleine und mittlere Unternehmen betroffen, die im Querschnittsberuf „Kaufleute für Büromanagement“ ausbilden und bereit gestellte Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten“, erläuterte Gregor Berghausen. Vergleichbares gelte auch für den Handel.

Vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014 haben die Handwerksunternehmen in der Region Köln-Bonn 5.495 Ausbildungsverhältnisse neu abgeschlossen. Das sind nur acht Ausbildungsverträge weniger als im Berufsberatungsjahr 2012/2013 (Minus von 0,2 Prozent). „Dass die Ausbildungszahlen des Handwerks im Vergleich zum Vorjahr praktisch unverändert sind, ist bereits ein gutes Ergebnis“, teilte Dr. Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, mit. Denn der Trend, dass, unter anderem wegen der rückläufigen Zahl von Schulabgängern, nicht alle von den Unternehmen angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden können, setze sich verstärkt fort.

Daher baue die Handwerkskammer ihre Informationsangebote für junge Menschen aus, um für eine Berufsausbildung im dualen System zu werben. Erste Erfolge gibt es bei der Zielgruppe „Abiturienten“: Inzwischen macht der Abiturientenanteil bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen rund 18 Prozent aus (zum Vergleich: 2011 waren es erst 8,5 Prozent, 2012: 12 Prozent, 2013: 15,8 Prozent). Dabei ist der befürchtete Verdrängungseffekt, dass Abiturienten den Haupt- und Realschülern Lehrstellen wegnehmen könnten, ausgeblieben.

Eickhoff sprach sich für die Verbesserung der Berufsorientierung an allen allgemein bildenden Schulen aus. Nachholbedarf gebe es zum Beispiel bei den Gymnasien. Die Handwerkskammer rufe ihre Mitgliedsbetriebe auf, möglichst viele Schnuppertage (Berufsfelderkundungen) und Schülerpraktika anzubieten. Die nordrhein-westfälischen Handwerkskammern haben vor wenigen Tagen für Betriebe eine Handreichung "Berufsfelderkundung" herausgegeben, mit Tipps für die nachhaltige Nachwuchswerbung.

Im Gegenzug sind nach Überzeugung der Handwerkskammer auch das Land Nordrhein-Westfalen und die Kommunen gefordert, die Attraktivität der dualen Berufsausbildung in den Schulen stärker hervorzuheben. „Es kann nicht länger hingenommen werden, dass ausbildungsreife Jugendliche, anstatt eine betriebliche Ausbildung zu beginnen, klassenweise die Oberstufe einer Gesamtschule oder eines Gymnasiums oder einen weiterführenden Bildungsgang im Berufskolleg absolvieren“, so Eickhoff.

Die Handwerksunternehmen in der Stadt Köln haben vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014 insgesamt 1.870 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen.

Ein Vergleich mit dem Vorjahreswert ist leider nicht möglich, da die Statistiken der Handwerkskammer zum Jahresbeginn 2014 umgestellt wurden (mit einer seitdem exakteren Abgrenzung zwischen dem Stadtgebiet Köln und dem Umland).

An Bewerbungen für den Beruf des Anlagenmechanikers Heizung Sanitär Klima mangelt es bei Helmut Hinz GmbH & Co. nicht. Mehr als 50 Bewerbungen gehen für die zwei bis drei freien Ausbildungsplätze pro Jahr ein. Darunter sind mittlerweile viele Realschüler und vereinzelt auch Abiturienten.

Zentrales Auswahlkriterium ist für Inhaber Günter Hinz das Interesse für den Beruf: „Ich achte darauf, dass der Bewerber sich bewusst dafür entscheidet, den Beruf Anlagenmechaniker zu erlernen. Ist die Motivation hoch, bleibt ein junger Mensch während der dreieinhalb Jahre Ausbildung und darüber hinaus bei der Stange.“ Höflichkeit und Teamfähigkeit werden bei Hinz ebenfalls groß geschrieben. Ob ein Bewerber die Bedingungen erfüllt, erkennt Hinz während eines Praktikums.

„Die jungen Leute haben heute ein stärkeres Bewusstsein für die Möglichkeiten, die sich ihnen nach dem Schulabschluss und als Geselle bieten“, hat Günter Hinz festgestellt. „Wir merken momentan sehr stark, wie schwierig es ist, qualifizierte Anlagenmechaniker zu bekommen. Deshalb möchten wir, dass gute Kräfte langfristig bei uns bleiben und bereiten sie deshalb schon nach zwei Jahren Ausbildung Schritt für Schritt auf die Gesellenzeit in unserem Unternehmen vor.“

Die Helmut Hinz GmbH & Co. wurde Anfang dieses Jahres von der Handwerkskammer zu Köln zum Handwerker des Jahres 2013 gekürt. Der Betrieb beschäftigt 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende.


[1] Alle Zahlen: Stichtag 30. September 2014, Berichtsjahr vom 1. Oktober 2013 bis 30. September 2014

[2] Ein Vergleich mit dem Vorjahreswert ist nicht möglich, da die Statistiken der Handwerkskammer zum Jahresbeginn 2014 umgestellt wurden mit einer seitdem exakteren Abgrenzung zwischen dem Stadtgebiet Köln und dem Umland.

 

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Köln, der IHK Köln und der Handwerkskammer zu Köln vom 30.10.2014

03.11.2014  ·  Ausbildung
Knapp 400 Lehrstellen unbesetzt

Ausbildungsbilanz: Kluft zwischen Ansprüchen und Anforderungen - Dass Angebot und Nachfrage nicht immer optimal zusammenfinden, zeigt sich auch in diesem Jahr auf dem Ausbildungsmarkt in Köln und der Region. „Es ist und bleibt schwierig, Jugendliche und Betriebe zusammenzubringen“, sagte Roswitha Stock, Leiterin der Agentur für Arbeit Köln, bei der Jahresbilanz des Kölner Ausbildungsjahres 2013/14. So blieben 363 Stellen unbesetzt, während 227 junge Menschen noch eine Lehrstelle suchten.
 

Die Anforderungen beider Seiten klafften auseinander, so Stock. Die Betriebe suchten hochmotivierte, gute Kandidaten, die sich aber oft für eine weiterführende Schule oder ein Studium entschieden. Auf der anderen Seite seien auch die Jugendlichen wählerisch, so Stock. Hätten sie sich einmal für einen Ausbildungsweg  entschieden, würden sie kaum noch Alternativen ausloten. 5940 Bewerber zählte die Arbeitsagentur, das ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr um 50 oder 0,8 Prozent. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen sank ebenfalls um 204 oder 3,1 Prozent auf 6336 Stellen.

Immer mehr machen Abitur

Die Einschätzung der Arbeitsagentur, dass die Duale Ausbildung im Wandel ist,  teilt auch die IHK Köln. „Junge Menschen sind von der Attraktivität der Berufsausbildung nicht mehr genügend überzeugt“, so Gregor Berghausen, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung. Zudem machten immer mehr Jugendliche Abitur und gingen an die Uni.   Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse verringerte sich um 192 oder 3,75 Prozent auf 4296.

Bei der Kölner Handwerkskammer blieben die Zahlen der abgeschlossenen Azubi-Verträge mit 5495 nahezu auf dem Stand des Vorjahres. „Das ist schon ein gutes Ergebnis“, sagte Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Kammer.

Das Unternehmen Helmut Hinz, in dessen Räumen die Bilanz präsentiert wurde, hat bislang keine Probleme, Azubis im Bereich Heizung/Sanitär/Klima zu finden. 50 Bewerber seien auf zwei Stellen gekommen, so Chef Günter Hinz. Ein wesentliches Auswahlkriterium sei, dass er merke, dass die Bewerber es wirklich ernst meinten.

Von Corinna Schulz

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger vom 31.10.2014

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