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KNAPP 400 LEHRSTELLEN UNBESETZT


03. November 2014
Knapp 400 Lehrstellen unbesetzt


Kölner Stadt-Anzeiger vom 31.10.2014

Ausbildungsbilanz:
Kluft zwischen Ansprüchen und Anforderungen
 
Dass Angebot und Nachfrage nicht immer optimal zusammenfinden, zeigt sich auch in diesem Jahr auf dem Ausbildungsmarkt in Köln und der Region. „Es ist und bleibt schwierig, Jugendliche und Betriebe zusammenzubringen“, sagte Roswitha Stock, Leiterin der Agentur für Arbeit Köln, bei der Jahresbilanz des Kölner Ausbildungsjahres 2013/14. So blieben 363 Stellen unbesetzt, während 227 junge Menschen noch eine Lehrstelle suchten.
Die Anforderungen beider Seiten klafften auseinander, so Stock. Die Betriebe suchten hochmotivierte, gute Kandidaten, die sich aber oft für eine weiterführende Schule oder ein Studium entschieden. Auf der anderen Seite seien auch die Jugendlichen wählerisch, so Stock. Hätten sie sich einmal für einen Ausbildungsweg  entschieden, würden sie kaum noch Alternativen ausloten. 5940 Bewerber zählte die Arbeitsagentur, das ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr um 50 oder 0,8 Prozent. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen sank ebenfalls um 204 oder 3,1 Prozent auf 6336 Stellen.
Immer mehr machen Abitur
Die Einschätzung der Arbeitsagentur, dass die Duale Ausbildung im Wandel ist,  teilt auch die IHK Köln. „Junge Menschen sind von der Attraktivität der Berufsausbildung nicht mehr genügend überzeugt“, so Gregor Berghausen, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung. Zudem machten immer mehr Jugendliche Abitur und gingen an die Uni.   Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse verringerte sich um 192 oder 3,75 Prozent auf 4296.
Bei der Kölner Handwerkskammer blieben die Zahlen der abgeschlossenen Azubi-Verträge mit 5495 nahezu auf dem Stand des Vorjahres. „Das ist schon ein gutes Ergebnis“, sagte Markus Eickhoff, stellvertretender Geschäftsführer der Kammer.
Das Unternehmen Helmut  Hinz, in dessen Räumen die Bilanz präsentiert wurde, hat bislang keine Probleme, Azubis im Bereich Heizung/Sanitär/Klima zu finden. 50 Bewerber seien auf zwei Stellen gekommen, so Chef Günter Hinz. Ein wesentliches Auswahlkriterium sei, dass er merke, dass die Bewerber es wirklich ernst meinten.  
 
Von Corinna Schulz