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FACHHANDWERK IM NETZZEITALTER


03. Mai 2016
Fachhandwerk im Netzzeitalter


Fachhandwerk im Netzzeitalter
INsülz & klettenberg - 10. Jg. - No 2 - Sommer 2016
Ein Gespräch über technische Leidenschaften und ebensolche Herausforderungen.

In den Büroräumen der Helmut Hinz GmbH & Co. kommt man an moderner Technik nicht vorbei. Ein LED-beleuchtetes Logo, Headsets an allen Arbeitsplätzen, Mobiltelefone auf den Tischen, ferngewartete Drucker und ein großer digitaler Wandbildschirm, auf dem Gäste per Einblendung begrüßt werden. Kein Wunder, denn Günter Hinz, der das Handwerksunternehmen in zweiter Generation führt, ist technikbegeistert und probiert ständig neue Systeme aus, um mögliche Vorteile für seine Traditionsfirma frühzeitig erkennen und nutzen zu können.

Was bedeutet der rasante technologische Fortschritt für Sie als Inhaber eines alteingesessenen Familienunternehmens mit heute fast 50 Mitarbeitern?

Das Internet ist ein Innovationstreiber, das steht außer Frage. Als moderner Handwerksbetrieb freuen auch wir uns über die zahlreichen geschäftlichen Vorgänge, die durch das Internet deutlich vereinfacht wurden. Material lässt sich schnell bestellen, Kunden adressen lassen sich einfach fi nden und Weiterbildungen online buchen. Über einen externen Internetserver, einen sogenannten Cloud-Dienst, können wir unseren Mitarbeitern Fachanleitungen und andere dienstliche Unterlagen so bereitstellen, dass sie über  ihr Smartphone jederzeit von unterwegs darauf zugreifen können. Auf diese Weise haben auch die Kollegen im Notdienst ihre benötigten Unterlagen jederzeit dabei.

Gibt es auch eine Kehrseite der Medaille?

Das ist ja meistens bei Neuerungen der Fall. Für viele Menschen ist das Internet heute zum Synonym für günstige Preise geworden. Waren und Produkte lassen sich mit Leichtigkeit vergleichen, und billigere Anbieter sind schnell gefunden. Doch dabei muss man vorsichtig sein. Nicht immer stimmt  die Qualität der angebotenen Produkte, da deren Herkunft oft unklar ist. Da werden Waren zweiter Wahl als erstklassig verkauft, oder internationale Importe entsprechen nicht den gesetzlichen Vorgaben in Deutschland. Insbesondere die Händlergewährleistung ist bei vielen Onlineanbietern nicht mehr gegeben.

Im Internet gibt es also nur Schrott?

Natürlich nicht, aber man muss sehr aufpassen, wem man vertraut. Ich bin daher auch nicht der Meinung, dass das Internet eine Umsonstkultur fördert, wie man oft hört. Ich denke eher, dass sich die Spreu immer mehr vom Weizen trennen wird. Einfache und durchschnittliche Leistungen wird man weiter umsonst bekommen. Dafür werden  Kunden im Gegenzug stärker bereit sein, für Fachwissen, hohe Qualität, nachhaltiges Wirtschaften, Zeitersparnis durch weniger Reklamationen und gutes Unternehmertum Geld auszugeben.

Was meinen Sie denn mit gutem Unternehmertum?

Im Gegensatz zu manchem Internetanbieter zahlen wir in Deutschland Steuern und schaffen regionale Vollzeitarbeitsplätze. Als Familienunternehmen tragen wir eine besondere Verantwortung für unsere Mitarbeiter, denen wir in Notsituationen auch zur Seite stehen. Außerdem engagieren wir uns gesellschaftlich, indem wir junge Menschen mit allen Schulabschlüssen ausbilden. Und wir kennen uns mit allen gesetzlichen Vorgaben aus und unterstützen so umweltpolitische Ziele und eine nachhaltige Entwicklung.

Gibt es auch für die Kunden interessante technische Neuerungen?

Wir waren erst kürzlich auf der internationalen Leitmesse für unsere Branche, der SHK Essen. Dort haben wir einige neue Produkte gesehen, die wir in unser Angebot aufgenommen haben. Gerade die Bereiche energieeffi ziente Heizungstechnik und innovatives Baddesign für alle Generationen boomen derzeit. Hier geht es zunehmend nicht mehr nur um die Funktionalität, sondern auch um ganzheitliche Konzepte. Im Badbereich erstellen wir zusammen mit unseren Kunden individuelle Raumkonzepte mit allen dazugehörigen Gewerken. Bei der Heizung geht es neben der Energieeinsparung auch um die Themen Warmwasserhygiene und eine effiziente Wärmeverteilung. Wichtig ist für uns, dass unser Kunde am Ende genau das bekommt, was für ihn speziell das Richtige ist und seinen Wünschen entspricht.

Herr Hinz, vielen Dank für dieses Gespräch.